Ostern

In vielen Familien gibt es Traditionen. Besonders zu Ostern werden diese gepflegt und gelebt.

Doch wo kommen diese her?

Eier färben und bemalen

Das Ei wird in vielen Kulturen als Fruchtbarkeitssymbol angesehen und gilt zudem als Lebenssymbol. Als sogenanntes »rotes Ei« wurde es zum Zeichen für den auferstandenen Jesus und für sein Blut und damit auch zum Bestandteil des Osterbrauchtums. Den Brauch Eier zu färben gibt es hierzulande schon seit dem 12. Jahrhundert.

Eierbaum

Da viele Christen während der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern auf Fleischspeisen und auch auf Eier verzichten, wurden die Eier in den Kirchen gesegnet und gefärbt als Geschenk verteilt.

Der Brauch ausgeblasene Eier kunstvoll zu gestalten und an Zweige zu hängen, kommt ursprünglich aus dem Sorbischen. 

Die Ostereiersuche

Diese Tradition besteht seit dem 17. Jahrhundert. In manchen Gegenden wurde dabei erzählt, dass diese Eier vom Hahn, dem Kuckuck, dem Fuchs, dem Storch oder dem Hasen stammen. Heute hat sich der sich der Osterhase als Eierbringer durchgesetzt.

Osterfeuer

Das Feuer ist wird schon seit dem Altertum als heilig angesehen.

Feuer

Mit Frühlingsfeuern wird seit heidnischer Zeit die Sonne, als Mittelpunkt des Lebens, begrüßt. Das soll Fruchtbarkeit, Wachstum und eine reiche Ernte sichern.

Im 8. Jahrhundert wurde in Frankreich die Tradition der Frühlingsfeuer für den christlichen Glauben übernommen. Der Sieg über den Winter und das Erwachen der Natur nach einer langen kalten Zeit, werden auf die Auferstehung Jesu übertragen, der als Licht die Finsternis erhellt und für das ewige Leben steht.

Die Entzündung des heiligen Osterfeuers ist ein zentrales Ereignis für die Christen. Das Feuer wird vor der Kirche entfacht und geweiht, daran wird dann die Osterkerze entzündet und die in die noch dunkle Kirche getragen. Sie symbolisiert somit Jesus als Licht der Welt.

Osterwasser

Der Bräuche rund um das Osterwasser stammen ebenfalls aus der heidnischen Tradition.

Quelle

Bei den Germanen galt das Wasser als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Nach dem Volksbrauch wird das Osterwasser in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag (zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang) aus einem Bach oder Brunnen geschöpft. Es muß schweigend nach Hause getragen werden, sonst entwickelt es seine Kraft nicht und wird zum Plabberwasser.

Ein ganzes Jahr lang bewahrt es Jugend und Schönheit, schützt vor Krankheiten und hält Unglück ab, sagt die Tradition.

In manchen Teilen Sachsens werden deshalb (zu Ostern) die Dorfbrunnen kunstvoll geschmückt.

Ostereierschieben in Bautzen

Das Ostereierschieben hat schon eine über 400 Jahre alte Tradition und zieht jedes Jahr viele Besucher an. Ursprünglich ließen die wohlhabenden Kinder Eier und andere Gegenstände den Hang herabrollen. Diese wurden unten von ärmeren Kindern aufgefangen. Später begannen die Menschen zu den (hartgekochten) Eiern auch Nüsse, Äpfel, Apfelsinen, Gebäck oder andere halbwegs runde Gegenstände den Berg herunterrollen zulassen. Was die Kinder sich einmal in ihre Sammeltasche gesteckt haben, dürfen sie behalten. 

Heute werden bunte Plastikbälle den Berg hinuntergerollt, die dann gegen Preise eingetauscht werden. Der sogenannte »Eierjokel«, der historisch betrachtet ein Straßenhändler in zerrissener Kleidung ist, begleitet als Moderator und Spielleiter das Treiben auf dem Protschenberg in Bautzen.

In einer abgewandelten Form lassen Kinder Eier den Hang hinunterrollen. Der Gewinner ist das Kind, dessen Eier unversehrt blieben oder die weiteste Strecke zurücklegten. Versionen dieser Tradition, die auch als »Ostereier trudeln« oder »Eiertrullern« bezeichnet wird, finden wir auch in anderen Regionen, wie Ostfriesland, dem Harz oder an der Havel.

Osterreiten

Diese sorbische Tradition ist eine Prozession (ein feierlicher Umzug) bei der die Auferstehung Jesu verkündet wird. Reiter und Pferde sind für den feierlichen Anlass festlich geschmückt. Die Reiter sind traditionell mit Gehrock und Zylinder gekleidet und die Pferde sind mit bunt bestickten Schleifen und frischen Blumen verziert.

Am Morgen des Ostersonntags reiten die Männer in die Nachbargemeinde und singen dabei Kirchenlieder auf Sorbisch und Latein, um die frohe Botschaft der Auferstehung Jesus Christus zu verkünden Dabei reiten sie durch möglichst viele Orte. Währenddessen führt die Nachbargemeinde einen Gegenbesuch durch.

Der Ursprung dieser Tradition ist bis heute unklar, er liegt wahrscheinlich im heidnischen Umreiten der Felder im Frühjahr, welches die Saat und die Ernte schützen soll.

Zwischen Hoyerswerda und Wittichenau fanden bereits zum Ende des 15. Jahrhunderts Osterreiten statt, dass macht diese Route zur ältesten belegbaren Prozession.

Seit der Reformation findet das Osterreiten nun zwischen Wittichenau und Ralbitz statt. Es ist mit fast 400 Reitern das größte Osterreiten und zieht jährlich tausende Besucher an.

Und in der Friedrichstadt?

Egal welche Tradition ihr zu Ostern pflegt, wir wünschen euch schöne Feiertage.

Noch ein Tipp, Kunststoffeier lassen sich hervorragend mit wasserfesten Filzstiften bemalen. Die so personalisierten Eier eignen sich hervorragend zum Eierrollen, am Trümmerberg, Eierweitwerfen in der Flutrinne und / oder zum Bowle spielen im Park. Sie müssen dafür nur aufgebohrt, mit Sand gefüllt und wieder zugeklebt werden.

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