Bahnhof Mitte fällt durch

Die Verkehrswende hat ein Parkplatzproblem. Nicht für Autos, sondern für Fahrräder. Die Bahnhöfe Mitte und Freiberger Straße fallen beim Fahrradparken erneut durch.

Fahrradparken bleibt in der Friedrichstadt ein Problem

Wer morgens mit dem Fahrrad zum Bahnhof Dresden-Mitte fährt, braucht manchmal mehr Glück als einen Fahrplan. Freie Stellplätze sind knapp, überdachte Anlagen und sichere Abstellmöglichkeiten Mangelware. Das spiegelt sich nun auch in einer aktuellen Untersuchung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wider.

Sowohl der Bahnhof Dresden-Mitte als auch der Haltepunkt Dresden Freiberger Straße erhalten in der Bike-&-Ride-Studie 2025 die Note 5. Bereits 2019 hatten beide Bahnhöfe dieselbe Bewertung bekommen. Verbessert hat sich die Situation also nicht.

fahrrad am fahrradbügel

Mehr Fahrgäste, aber kaum bessere Bedingungen

Dabei wächst die Bedeutung von Fahrrad und Bahn seit Jahren. Nach Angaben des ADFC stieg die Zahl der Fahrgäste im sächsischen Nahverkehr zwischen 2019 und 2025 um 29,1 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Fahrradstellplätze an Bahnhöfen lediglich um 20,5 Prozent zu.

Statistik ADFC Radverkehr in der Bahn in Sachsen

2019 standen an Sachsens Bahnhöfen 10.858 Fahrradstellplätze zur Verfügung. 2025 waren es 13.084. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der täglichen Einsteiger im Nahverkehr von 193.000 auf 249.000 Personen.

Der Ausbau kommt also nicht mit dem Wachstum hinterher.

Zwei Bahnhöfe, zweimal Note 5

Für die Friedrichstadt ist das Ergebnis besonders ernüchternd. Der Bahnhof Dresden-Mitte gilt als einer der wichtigsten Umsteigepunkte im Westen der Innenstadt. Täglich nutzen Pendler, Studierende und Reisende die Verbindung zwischen Fahrrad, S-Bahn, Regionalverkehr und Straßenbahn.

Für die Radabstellanlagen am Bahnhof vergibt der ADFC lediglich die Note 5. Das gleiche Ergebnis erhält der Haltepunkt Dresden Freiberger Straße.

Der ADFC ermittelte, dass rund 100.000 Menschen tägliche Einpendler nach Dresden sind und 58.000 Auspendler. Zusammen hat die Stadt insgesamt 26 Bahnhöfe und Haltepunkte.

Am Bahnhof-Mitte steigen ca. 30.000 Fahrgäste täglich ein, aus und um auf andere Verkehrsmittel. Gerade hier erwarten Radfahrende eigentlich eine moderne Infrastruktur. Die meisten Bahnhöfe Dresdens fallen durch. Am besten schloss der Haltepunkt Cossebaude mit der Note 2 ab.

Die Mehrheit der Bahnhöfe fällt durch

Die Untersuchung des ADFC zeigt, dass Dresden kein Einzelfall ist. Von 711 bewerteten Bahnhöfen und Haltepunkten in Sachsen erhalten lediglich 17 die Bestnote 1. Weitere 98 erreichen eine 2.

ADFC Noten Radabstellanlagen an Bahnhöfen in Sachsen
Ein Drittel der 511 Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen ist durchgefallen.

Demgegenüber stehen 94 Bahnhöfe mit der Note 5 und sogar 173 Bahnhöfe mit der Note 6. Insgesamt fallen damit 267 Stationen durch die Bewertung.

Anders gesagt: Mehr als jeder dritte Bahnhof in Sachsen bietet aus Sicht des ADFC keine ausreichenden Bedingungen für das sichere Abstellen von Fahrrädern.

Verkehrswende beginnt am Fahrradständer

Große Infrastrukturprojekte sorgen oft für Schlagzeilen. Doch manchmal entscheidet ein einfacher Fahrradbügel darüber, ob Menschen ihr Auto stehen lassen.

Genau deshalb fordert der ADFC seit Jahren mehr überdachte Stellplätze, bessere Diebstahlsicherung und moderne Fahrradparkhäuser an stark genutzten Bahnhöfen.

Für die Friedrichstadt bleibt die Bilanz ernüchternd: Der Bahnhof Mitte und die Freiberger Straße haben ihre Hausaufgaben seit 2019 nicht gemacht. Die Note 5 steht weiterhin im Zeugnis.

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