Direkt am Rand der Friedrichstadt soll auf 7.000 Quadratmetern eine Waldinsel entstehen. Jetzt sind die Dresdner gefragt.
Zwischen Bahngleisen, Straßenverkehr und großen Freiflächen könnte schon bald ein kleines Stück Wald wachsen. An der Ammonstraße ist eine sogenannte Waldinsel geplant. Damit das Pilotprojekt umgesetzt werden kann, läuft derzeit eine Crowdfunding-Kampagne.

Geplant ist eine dichte Bepflanzung auf rund 7.000 Quadratmetern. Statt einer überwiegend offenen Rasenfläche soll ein naturnaher Miniwald entstehen. Das Projekt verfolgt mehrere Ziele. Die Bäume und Sträucher sollen Schatten spenden, das Mikroklima verbessern, Regenwasser besser im Boden speichern und neuen Lebensraum für Insekten und Vögel schaffen.
Ein Projekt direkt vor der Haustür
Für die Friedrichstadt ist der Standort besonders interessant. Die Fläche liegt an der Ammonstraße und gehört zu den stark versiegelten Bereichen am Rand des Stadtteils. Viele Menschen passieren sie täglich auf dem Weg zum Hauptbahnhof, zur Arbeit oder in Richtung Innenstadt.
Die Initiatoren möchten zeigen, dass selbst kleinere Waldflächen in dicht bebauten Stadtgebieten einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten können. Die erste Pflanzung ist nach erfolgreicher Finanzierung für den Herbst 2026 vorgesehen. Weitere Waldinseln könnten später unter anderem am Alberthafen, an der Bergstraße und am Universitätsklinikum entstehen.
Hinter dem Projekt steht die Dresdner Initiative „Mein Baum – Mein Dresden 2.0“. Gemeinsam mit Wilderness International, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Dresden, weiteren Partnern sowie zahlreichen Ehrenamtlichen soll an der Ammonstraße die erste Waldinsel der Stadt entstehen.
30.000 Euro als erster Schritt
Über die Crowdfunding-Kampagne sollen 30.000 Euro gesammelt werden. Dieses Geld dient unter anderem dazu, die erforderlichen Eigenmittel für Fördergelder nachzuweisen und die erste Pflanzung an der Ammonstraße zu finanzieren. Nach Angaben der Initiatoren können dadurch weitere Fördermittel beantragt werden, um das Projekt umzusetzen.
Wer das Projekt unterstützen oder sich genauer informieren möchte, findet alle Informationen auf der Crowdfunding-Plattform Startnext: www.startnext.com/waldinsel. Dort wird das Vorhaben vorgestellt und es besteht die Möglichkeit, die Waldinsel finanziell zu unterstützen.
Gerade nach den jüngsten Hitzewellen zeigt sich, wie wichtig zusätzliche Grünflächen in der Stadt werden. Ob die Waldinsel an der Ammonstraße tatsächlich wächst, hängt nun davon ab, ob genügend Menschen das Projekt finanziell unterstützen.
Die Idee der Tiny Forests (oder Mikrowälder) geht auf den Japanischen Botaniker
Akira Miyawaki zurück. Er entwickelte sein Konzept bereits in den 70er Jahren. In Deutschland wurde der erste Miniwald 2019 angelegt.
Das Konzept sieht vor, auf kleiner Fläche heimische Baum- und Straucharten besonders dicht zu pflanzen. In der Regel drei Pflanzen pro Quadratmeter. Eine dicke Mulchschicht soll vor Austrocknung schützen und den Pflegeaufwand gering halten. Dadurch entstehen schnell wachsende, artenreiche Mini-Wälder.
Bei starken Regengüssen dienen die Tiny Forests als Versickerungsfläche. Sie können helfen, Überschwemmungen zu vermeiden. Studien zeigen zudem, dass solche Flächen dichter und vielfältiger sein können als klassische Parkanlagen. Damit schaffen sie wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere.
Tiny Forests können auch gegen Hitze wirken, allerdings nachgewiesen nur in unmittelbarer Umgebung.
