Synagogen prägen Städte, auch wenn viele von ihnen längst verschwunden sind. Eine neue Ausstellung im Kulturpalast Dresden macht ihre Geschichte und ihren heutigen Platz sichtbar.
Vom 7. August bis 17. September zeigt das Zentrum für Baukultur Sachsen die Ausstellung „Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“. Sie stellt zerstörte, erhaltene und neu gebaute Synagogen in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Görlitz vor.

Die Ausstellung fragt, welchen Platz diese Gebäude vor der Shoah in ihren Städten einnahmen und wie sie heute verortet sind. Manche Synagogen standen prominent im Stadtzentrum und zeigten das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinde. Andere blieben bewusst zurückhaltend und lagen in Seitenstraßen. Ihre Architektur griff jeweils die Strömungen ihrer Zeit auf, vom Historismus bis zur Moderne.
Das ZfBK zeigt Modelle, darunter einige erstmals öffentlich, sowie virtuelle Rekonstruktionen der Synagogen in Leipzig und Plauen. Die Technische Universität Darmstadt entwickelte die digitalen Modelle.
Die Dresdner Künstlerin Susan Donath ergänzt die Ausstellung mit einer Wandarbeit aus ihrem Zyklus „Die Bilder kommen zurück“. Sie beschäftigt sich damit, wie Nationalsozialisten jüdische Gebäude aus Bildwelten deutscher und tschechischer Städte tilgten. Ihre Arbeit führt dabei von Dresden über Bautzen bis Liberec und Ústí nad Labem.
Die Ausstellung schaut damit nicht nur auf verlorene Gebäude. Sie stellt eine unbequeme und wichtige Frage: Wie bleibt ein Verlust im Stadtbild und im Gedächtnis gegenwärtig?
Ausstellung auf einen Blick
- Titel: „Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“
- Zeit: 7. August bis 17. September 2026
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 13 bis 18 Uhr
- Ort: ZfBK im Kulturpalast Dresden
- Mehr Informationen: Zentrum für Baukultur Sachsen
