Fritz Karl Steglich

Heute vor 80 Jahren wurde der Elektro-Innungsmeister Fritz Karl Steglich auf dem Schafott im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Fritz Karl Steglich erblickte am 31. Mai 1884, früh um 3:00 in Dresden Friedrichstadt das Licht der Welt. Seine Eltern Eleonore Augusta Helene Steglich (geb. Bähr) und Friedrich Gustav Steglich wohnten damals im Haus Wölfnitzstr.15. Das Haus fiel den Bombenangriffen auf Dresden zum Opferr. Sein Vater war von Beruf Agent und zeigte die Geburt seines Sohnes am 04.Juni 1884 auf dem Standesamt Dresden an.

Steglich besuchte die Schule in Dresden, begann und beendete eine Ausbildung zum Elektriker. Nach Jahren der Berufstätigkeit wurde er zum Innungsmeister der Elektriker in Sachsen. Er war kein Widerstandskämpfer, im Gegegenteil er war Mitglied der NSDAP. Sein Geschäft befand sich im Haus Carolastraße 13, heute Reitbahnstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs.

historische Postkarte

Ins Visier der nationalsozialistischen Justiz geriet Steglich im Juli 1943. Er soll in im Zusammenhang mit den britischen Luftangriffen auf Hamburg gesagt haben: „Was Goebbels sagt ist alles Lüge.“

Karl Steglich (Sammlung IG histor.Friedrichstadt)

Diese Äußerung wurde als Wehrkraftzersetzung gewertet und führte am 13. November 1943 zu seiner Verurteilung. In der Urteilsbegründung der 1. Kammer des Volksgerichtshofs heißt es:

“ Karl Steglich, von dem Parteigenossen und Innungsmeister des sächsischen Elektrikerhandwerks ein besonderes Eintreten für die Stärkung der deutschen Siegeszuversicht zu erwarten wäre, hat im Jahre 1943 zu verschiedenen, ihm nicht näher bekannten Volksgenossen sich schwer defaitistisch geäußert. Er hat damit planmäßig die deutsche Wehrkraft zu zersetzen unternommen. Deshalb ist er für immer ehrlos und wird mit dem Tode bestraft.“

Verantwortlich für dieses Urteil und seine Umsetzung waren: Volksgerichtsrat Lämmle, Kammergerichtsrat Rehse, Generalmajor Stutzer, Gauhauptstellenleiter Ahmele, Kreisamtsleiter Diestel und Staatsanwalt Dr. Heugel.

Lasst euch benachrichtigen oder benachrichtigt andere!
Dieser Beitrag ist Teil 8 von 8 der Artikel-Serie Historische Friedrichstadt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner