Entensuche

In den letzten Jahren konnten sich die Menschen in der Friedrichstadt regelmäßig auf Entensuche begeben.

In den Brunnen des Krankenhauses waren immer wieder brütende Stockenten und Kücken zu beobachten und in diesem Jahr? Bis jetzt ist das Bruthaus noch leer und die gefiederten Freunde scheinen keinerlei Anstalten zur Balz, zum Nestbau oder Fortpflanzung zu machen.

Haben nach den Ereignissen im letzten Jahr sie etwa aufgegeben?

so wird das nichts mit Jungvögeln

Deshalb stellen wir sie euch hier einfachmal vor

Die Stockente

Die Stockente ist mit Abstand die häufigste heimische Entenart in Deutschland und gehört zugleich zu den zahlreichsten Nicht-Singvögeln.

Bundesweit wird ihr Bestand auf bis zu 350.000 Brutpaare geschätzt, von denen etwa 40 in Dresden anzutreffen sind. Sie ist in der gesamten Nordhalbkugel verbreitet und in gemäßigten Regionen oft ein Standvogel, während Tiere aus nördlicheren Gebieten im Winter gen Süden ziehen.

In Europa kommt sie nahezu flächendeckend vor, wobei ihr Hauptverbreitungsgebiet im nordwestlichen Mitteleuropa liegt. Im Mittelmeerraum hingegen tritt sie deutlich seltener auf. Die Stockente ist äußerst anpassungsfähig und zeigt eine starke Tendenz zur Verstädterung.

Somit lässt sie sich an nahezu jedem Gewässertyp antreffen. Ihre wenig spezialisierte Lebensweise ist zweifellos ein Grund für ihre enorme Ausbreitung.

Erkennungsmerkmale

Die Männchen der Stockente sind leicht an ihrem prächtigen Gefieder zu erkennen, das insbesondere zur Balzzeit auffällt, während die Weibchen ein schlichteres braun-gemustertes Kleid tragen.

Bei den Weibchen sticht vor allem der sogenannte Spiegel hervor – das blaue, schimmernde Feld am Flügel, das ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Entenarten darstellt. Erschwert wird die Bestimmung gelegentlich durch das Schlichtkleid der Männchen, das farblich dem Gefieder der Weibchen ähnelt.

Enten durchlaufen jedes Jahr zwei Mauserphasen – im Frühjahr und im Herbst.

Während dieser Zeiten erneuern sie ihr Federkleid, wobei die Männchen nach der Paarung ihr auffälliges Prachtkleid gegen das weniger farbenfrohe Schlichtkleid tauschen.

Ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern ist der Schnabel: Weibchen tragen meist eine orangene Färbung, wohingegen der Schnabel der Männchen gelb ist. Diese geschlechtsspezifische Färbung steht im Zusammenhang mit ihrer Lebensweise.

Anders als Gänse gehen Stockenten keine langanhaltenden Paarbindungen ein. Jedes Jahr balzen die Männchen erneut um die Weibchen, wobei sie während der Paarungszeit ihr auffälliges Gefieder zur Schau stellen.

Bruthaus im Klinikumbrunnen

Brutpflege und die Aufzucht der Jungen übernehmen allein die Weibchen. Ihr tarnendes braunes Federkleid schützt sie während dieser Zeit vor den Blicken von Fressfeinden.

Gelegentlich sind bei Stockenten Farbabweichungen zu beobachten, etwa weiße Federn oder ungewöhnlich dunkle Muster. Solche Erscheinungen gehen auf Kreuzungen mit domestizierten Hausenten zurück, die ursprünglich von der Stockente abstammen. Einige dieser hybriden Formen haben sich besonders in urbanen Gebieten verbreitet und bereits wieder mit den Wildformen der Stockente vermischt.

Lebensweise

Bei der Wahl ihrer Brutplätze erweist sich die Stockente ebenfalls als flexibel. Häufig werden Nester in der Nähe von Gewässern angelegt, jedoch nicht zwangsläufig direkt am Ufer. Sie brütet sowohl in Ufervegetation als auch in Bäumen.

Der Name „Stockente“ leitet sich vermutlich von ihrer Gewohnheit ab, auf geschnittenen Kopfweiden zu nisten – eine Technik, bei der Bäume „auf den Stock gesetzt“ werden. Auch menschliche Konstruktionen wie Steganlagen, Dalben oder Buhnen werden als Brutplätze genutzt. In städtischen Gebieten treten Fehlbruten auf Balkonen und Dächern immer wieder auf.

Nach dem Schlüpfen versucht die Stockenten-Mutter oft vergeblich, ihre Jungen zum nächstgelegenen Gewässer zu führen – besonders in dicht bebauten Stadtgebieten gestaltet sich dies schwierig.

Solltet ihr junge Vögel finden so beobachtet erst einmal die Umgebung, nicht selten ist ein Elternvogel in der Nähe und kümmert sich. Ist dies nicht der Fall so meldet euch bei der Wildvogelauffangstation.

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