Im Garten des Krankenhauses Friedrichstadt lassen sich allerlei Statuen betrachten, darunter eine „Nackte“ und ein Phallus.
Die „Nackte“
Es sei gleich einmal vorangestellt, diese Bronzefigur hat nichts mit der Dame im Rosengarten auf der anderen Elbseite zu tun.
Es handelt sich hierbei um „Die sich Kämmende“ von Wilhelm Landgraf. Einen Frauenakt aus Bronze.

Wilhelm Landgraf, kam in Lößnitz im Erzgebirge zur Welt.
Nach der Volksschule (1920–1928) und einem Besuch der Zeichenschule in Schneeberg arbeitete er ab 1932 als Musterentwerfer in der Textilindustrie.
Von 1935 bis 1939 studierte er an der Dresdner Kunstakademie bei Karl Albiker, doch der Zweite Weltkrieg unterbrach seine künstlerische Laufbahn.
Im April 1945 wurde er bei der Schlacht um Bautzen schwer am linken Arm verwundet. Nach Kriegsende kehrte Landgraf nach Lößnitz zurück und nahm nach seiner Genesung seine Arbeit als Bildhauer in Dresden wieder auf. Ab 1947 setzte er sein Studium bei fort. Gemeinsam mit Hans Nadler beteiligte er sich an der Bergung zerstörter Kunstwerke, vorrangig im Dresdner Zwinger, Schlossareal und Barockgarten Großsedlitz, legte dabei den Grundstein für deren Restaurierung.
Ab 1949 arbeitete Landgraf freischaffend, übernahm 1957 das Atelier des Bildhauers Georg Curt Bauch und war von 1969 bis 1979 wissenschaftlicher Oberassistent an der TU Dresden, Abteilung Gestaltung.
1978 zog er ins Atelier seines Schwiegervaters Walter Flemming in Dresden-Cotta.
Bis 1990 gehörte Landgraf dem Verband Bildender Künstler der DDR an. 1994 widmete ihm der Künstlerbund Dresden e. V. die Ausstellungsreihe Galerie unterm Dach.
1997 musste er aus gesundheitlichen Gründen sein Atelier schließen. Nach kurzer Krankheit verstarb Landgraf und wurde auf dem Inneren Briesnitzer Friedhof in Dresden beigesetzt.
Ein weiteres Werk von ihm befindet sich im Krankhaus Neustadt Industriestraße, es heißt „Stehender Jüngling“

Der „Phallus“
Bei diesem Kunstwerk müssen wir mal richtig mit den Gerüchten im Stadtteil und im Internet aufräumen. Auf viele Internetseiten wird die Skulptur als „Phallus“ bezeichnet. Wir fanden die Bezeichnung zum Beispiel bei Wikipedia ,Wikimedia und auf Kennst-du-Dresden.de, auch „ALT“ Friedrichstädterinnen und Friedrichstädter nannten uns sehr oft diesen Namen.
Aber falsch: diese Sandsteinskulptur heißt offiziell „Gestreckte Figur“ und ist von Klaus Dieter Köhler.



Köhler ist Jahrgang 1956 und Absolvent der Hochschule für Bildende Künste Dresden, ist seit 1983 freiberuflich als Bildhauer, Restaurator und Maler tätig. Er lebt und arbeitet in Dresden.
Sinnlich anmutende, zugleich von formaler Abstraktion geprägte Figuren, die sich oft dynamisch in die Höhe strecken, verbinden in ihrer Gestaltung ein bacchantisches Temperament mit avantgardistischen Elementen und einer subtilen Erotik – so kann man die Werke von Klaus-Dieter Köhler beschreiben.
Er hat eine beeindruckende Bandbreite an Ausstellungen im In- und Ausland realisiert. Darüber hinaus schuf er Kunstwerke für den öffentlichen Raum, darunter der Brunnen an der Raststätte in Wilsdruff sowie eine Sandsteinskulptur am Klinikum Arnsdorf und die Skulptur „Die Welle“ in der Friedrich-Wieck-Straße in Loschwitz.
Er arbeitete auch an Projekten wie dem Dresdner Schloss oder den Anlagen in Großsedlitz und Bautzen.
Seine Skulpturen und Plastiken sind in privaten und öffentlichen Sammlungen weltweit vertreten – von München über Washington und San Francisco bis hin zu Bangkok und São Paulo.
Hinter der „Gestreckten Figur“ befindet sich eine weitere Sandsteinarbeit.
Die „Raupe Nimmersatt“ ist ein Werk von Andreas Mahn.

Beide zusammen bilden eine Gruppe und werden „Bewegung/Lebensläufe“ genannt.

Beide Skulpturen wurden 1987 kurz nach Fertigstellung des Hauses Z aufgestellt.
