Die private jüdische Schule

Im Hinterhaus der 153 Grundschule befand sich von 1938 bis 1942 die private jüdische Schule Dresden.

Vor dem neugestalteten und erweiterten Schulhaus erinnert noch eine Gedenktafel.

Nürnberger Gesetze

Zu Ostern 1938 wurden alle durch die Bestimmungen der Nürnberger Gesetze alle Schülerinnen und Schüler von den Volksschulen ausgeschlossen, wenn sie als Juden galten.

Am 15. August 1938 wurde allen Leitern der staatlichen und privaten Schulen in Dresden mitgeteilt, dass die „Beschulung der jüdischen Kinder“ im Hintergebäude des Grundstückes Fröbelstr. 1 zu erfolgen hat. Hier wurde die „jüdische Schule“ (Private Volks.- und Berufschule sowie Oberschule für Jungen) in Dresden eingerichtet. Die jüdischen Schüler und „Mischlinge jüdischer Religion durften nur noch diese Schule besuchen. In der Oberschule für Jungen mußten auch Mädchen aufgenommen werden.

Proteste gegen die jüdische Schule

Der Leiter der „fast judenreinen Ortsgruppe Dresden-Langenmark“ legte vorher noch scharfe Proteste gegen diese Anordnung ein. Er war der Meinung, dass es unvermeidlich sei, dass die arische Jugend der angrenzenden 3. Volksschule tagtäglich auf dem Schulweg mit dem Judengesindel zusammenstoßen werde. Die Judenkinder müssten eine große Strecke an der verkehrsreichen Straße zurücklegen und dies gefährde den guten Ruf Dresdens als Fremdenverkehrsstadt.

Alltag

Die jüdische Schule musste daraufhin Unterrichtsbeginn und -ende verlegen, damit sich „jüdische“ und „arische“ Kinder auf dem Schulweg möglichst nicht begegneten. Zwischen dem Vorderhaus (Volksschule) und Hinterhaus (jüdische Schule) wurde eine hohe Steinmauer errichtet, so dass sich die Kinder und Jugendlichen nicht einmal sehen konnten.

Gedenktafel an der Fröbelstr.1

In dem Hinterhaus Fröbelstraße 1 wurden 88 Kinder und 31 Berufschüler unterrichtet.

Die private jüdischen Schule an der Fröbelstraße schloß 1942.

Am 01.Juli 1942 wurden alle jüdischen Schulen in Deutschland geschlossen. Einige der Kinder konnten emigireren, viele jedoch wurden in Vernichtungslager deportiert.

Zeugnis jüdische Schule Dresden

Weiter Informationen über jüdische Schülerinnen und Schüler in Dresden bekommt ihr derzeit in einer Sonderausstellung des Schulmuseums Dresden.

In dem sanierten und erweiterten Schulgebäude befindet sich heute die 153. Grundschule.

Die Schule ist Schule auf Integrationsschülerinnen und -schüler mit Sehbehinderungen spezialisiert.

Quellen: Sammlung IG Historische Friedrichstadt

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Dieser Beitrag ist Teil 7 von 11 der Artikel-Serie Historische Friedrichstadt

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