Am 05. Juni jährte sich der Todestag von Carl Maria von Weber zum 200. Mal: Zeit für eine Kurzvorstellung.
Carl Maria von Weber gilt mit seinem Werk *Der Freischütz* als Begründer der deutschen romantischen Oper. Seine Karriere war von glanzvollen Erfolgen, einem dramatischen Skandal und seinem frühen Tod geprägt.
Weber und Mozart
Carl Maria von Weber wurde im November 1786 in Eutin, Holstein, geboren. Während sein genaues Geburtsdatum – der 18. oder 19. November – unklar bleibt, ist dokumentiert, dass er am 20. November getauft wurde. Aufgewachsen als Sohn von Franz Anton Weber, der eine reisende Theatergesellschaft leitete, verbrachte Carl Maria seine Kindheit zwischen Bühne und Requisiten. Ein Hüftleiden, das er seit Geburt hatte, begleitete ihn sein Leben lang.
Interessanterweise war seine Familie mit der von Mozart verwandt: Constanze Mozart, Wolfgang Amadeus Mozarts Gattin, war eine Cousine der Webers. Diese Beziehung versuchte Carl Marias Vater zu nutzen, in der Hoffnung, sie könnte die Karriere seines Sohnes fördern.
Lehrjahre
Weber genoss ab seiner Kindheit eine anspruchsvolle musikalische Ausbildung. Er lernte unter anderem bei Michael Haydn in Salzburg sowie Johann Nepomuk Kalcher in München die Grundlagen der Komposition.
Den letzten Schliff erhielt er jedoch bei Abbé Vogler in Wien, der es Weber ermöglichte, 1804 als Kapellmeister nach Breslau zu gehen.

Weber, Stuttgarter und ein Skandal
Bereits mit 17 Jahren übernahm Weber die Leitung des Breslauer Theaters und reformierte das Orchester, die Probenarbeit sowie die organisatorischen Strukturen – ein frühes Beispiel moderner Dirigierkunst. Nach einigen Jahren zog es ihn weiter, doch seine Reise verlief nicht wie geplant.
Schließlich trat er in den Dienst des Herzogs Louis von Württemberg in Stuttgart ein, wo er als Geheimer Sekretär tätig war. Allerdings geriet Weber durch die finanziellen Machenschaften des Herzogs in Schwierigkeiten – begleitet von seinen eigenen hohen Schulden.
1810 führte dies zu seiner Festnahme wegen Bestechung und Veruntreuung. Nach einer kurzen Untersuchungshaft wurde er des Landes verwiesen und zur Begleichung seiner Schulden verpflichtet.
Weber in Prag
Nach seinem Ausschluss aus Stuttgart beschloss Weber, seine Karriere wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Er begann ein Tagebuch zu schreiben und gründete den „Harmonischen Verein“, um junge Künstler zu fördern. Zwischen 1813 und 1816 hatte er die Position des Operndirektors in Prag inne – eine Phase, die er selbst als entbehrungsreiche „Joch-Jahre“ bezeichnete. Dennoch erfüllte ihn die Möglichkeit, seine Schulden zu tilgen und musikhistorisch bedeutende Arbeit zu leisten.

Weber in Dresden
Webers Aufstieg in Dresden ist fest mit dem Welterfolg des „Der Freischütz“ verbunden.
Ab 1817 leitete Weber die deutsche Oper in Dresden und setzte sich eindringlich für deren Weiterentwicklung ein – als Gegenpol zur etablierten Hofoper mit ihrem italienischen Fokus. Dort fand er auch persönliches Glück: Er lernte die Sängerin Caroline Brandt kennen und heiratete sie bald darauf. Seinen internationalen Durchbruch erlebte Weber im Jahr 1821 mit der Uraufführung seiner Oper „Der Freischütz“ in Berlin.
Dieses Werk eroberte das Publikum im Sturm mit seiner Mischung aus zauberhaftem Naturmotiv und volkstümlicher Dramatik und machte ihn über Nacht berühmt. Zusätzlich revolutionierte Weber die Orchesterpraxis, indem er den Taktstock als unverzichtbares Werkzeug des Dirigenten etablierte. Von da an stand der Dirigent gut sichtbar vor dem Orchester und leitete dieses mit klaren Gesten – ein Konzept, das bis heute prägend geblieben ist.
Weber in London
Am 5. Juni 1826 stirbt der Komponist Carl Maria von Weber im Alter von nur 39 Jahren. Schon Monate zuvor ist er schwer an Tuberkulose erkrankt, doch seine Entschlossenheit lässt ihn Anfang Februar 1826 die Reise nach London antreten.
Dort widmet er sich mit letzter Kraft der Fertigstellung seiner neuen Oper *Oberon*. Trotz seines schlechten Gesundheitszustands gibt Weber darüber hinaus noch Konzerte und dirigiert konzertante Aufführungen seines bekannten Werks „Der Freischütz“.
Die Uraufführung von *Oberon* wird im April desselben Jahres im Royal Opera House in Covent Garden gefeiert. Doch diese Leistung fordert ihren Tribut: Nur wenige Wochen nach dem großen Erfolg verstirbt Weber am 5. Juni.
Zunächst wird er in London beigesetzt, doch 1844 gelingt es Richard Wagner, das Vermächtnis seines Vorbilds zu ehren. Er organisiert die Überführung des Sargs nach Dresden und hält eine bewegende Grabrede mit dem Titel „An Webers letzter Ruhestätte“. Weber fand seine letzte Ruhestätte auf dem „Alten katholischen Friedhof“ auf der Friedrichstraße in Dresden Friedrichstadt.


Zu diesem Anlass komponiert Wagner außerdem eine Trauermusik sowie einen Männerchor.
Weber der Wegbereiter
Er gilt heute als Wegbereiter einer neuen Opernrichtung. Carl Maria von Weber war mehr als nur ein gefragter Komponist seiner Epoche. Mit Werken wie „Der Freischütz“ ebnete er den Weg für eine neue Art der Oper, die sich stark auf deutsche Sagenstoffe und Naturmotive konzentriert. Durch diese Neuorientierung zeigte sich, dass Musik nicht nur tief in der Volksseele verwurzelt sein kann, sondern gleichzeitig höchsten künstlerischen Standards gerecht wird. Seine Werke setzten Maßstäbe und prägen die Oper bis heute.
