Im Elbschloss Übigau verschmelzen Friedrichs Landschaften und die Musik von Silbermond zu einem gemeinsamen Theaterabend. Im Sommer 2026 bringt die Comödie Dresden „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ auf die Open-Air-Bühne am Elbschloss Übigau.
Ein Wanderer wird zur Bühnenfigur
Caspar David Friedrichs Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ gehört zu den bekanntesten Bildern der deutschen Romantik. Es zeigt einen Mann, der mit dem Rücken zum Publikum auf einem Felsen steht. Vor ihm breiten sich Nebel, Berge und eine Landschaft aus, deren Ende nicht zu erkennen ist.
Gerade weil das Gesicht des Mannes verborgen bleibt, bietet das Gemälde viel Raum für eigene Gedanken. Steht der Wanderer am Ziel oder erst am Anfang? Blickt er selbstbewusst über die Landschaft oder zweifelt er an seinem Weg?
Das Musical greift diese offene Bildwelt auf und verbindet sie mit der Musik von Silbermond. Damit bekommt Friedrichs Wanderer nicht nur eine Bühne, sondern auch eine musikalische Gegenwart.
Romantik direkt an der Elbe
Für diesen Stoff könnte die Kulisse kaum passender sein. Gespielt wird unter freiem Himmel am Elbschloss Übigau. Hinter der Bühne erhebt sich das barocke Schloss, während wenige Meter weiter die Elbe vorbeifließt.

Wenn sich am Abend das Licht verändert und über den Elbwiesen langsam die Dämmerung einsetzt, muss der Nebel für Friedrichs romantische Bildwelt möglicherweise gar nicht künstlich erzeugt werden. Das Übigauer Elbufer bringt bereits jene Mischung aus Landschaft, Weite und Vergänglichkeit mit, die viele Werke des Malers prägt.
Silbermond statt Museumsstille
Die Musik von Silbermond holt den romantischen Stoff in die Gegenwart. Viele Lieder der Band handeln von Aufbruch, Nähe, Verlust, Sehnsucht und der Suche nach dem eigenen Platz. Damit berühren sie Fragen, die auch in Friedrichs Landschaften stecken.

Das Musical dürfte deshalb nicht nur Kunstfreunde ansprechen. Es richtet sich ebenso an Menschen, die mit den Liedern von Silbermond aufgewachsen sind und sich Caspar David Friedrich lieber über eine Geschichte als über eine kunsthistorische Bildbeschreibung nähern möchten.
Vier Produktionen im Schlossgarten
Neben „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ zeigt die Comödie Dresden im Sommer 2026 drei weitere Inszenierungen am Elbschloss.

„Santa Maria“ verwandelt den Schlossgarten mithilfe der Lieder von Roland Kaiser in ein karibisches Urlaubsparadies. Mit „Die unendliche Geschichte“ kommt Michael Endes Welt Phantásien auf die Bühne. Die Komödie „Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“ setzt dagegen auf Verwechslungen und absurde Situationen.
Damit reicht das Programm vom Familienabenteuer über Musiktheater bis zur klassischen Sommerkomödie. Den deutlichsten Bezug zu Dresden und zur Landschaft an der Elbe besitzt jedoch die Auseinandersetzung mit Caspar David Friedrich.
Abendessen mit Blick auf die Elbwiesen
Vor den Vorstellungen und während der Pause öffnet die Sommerwirtschaft im Schlossgarten. Angeboten werden sommerliche Speisen und kühle Getränke. Vor allem der Blick über die Elbe und die Elbwiesen gehört hier zum Theaterbesuch dazu.
Es lohnt sich deshalb, nicht erst unmittelbar vor Vorstellungsbeginn in Übigau einzutreffen. Wer genügend Zeit mitbringt, kann zunächst am Elbufer entlanggehen, im Sommergarten essen und anschließend erleben, wie Caspar David Friedrichs Wanderer die Bühne betritt.
Die aktuellen Spieltermine und Eintrittspreise veröffentlicht die Comödie Dresden
