Die Behringstraße ist eine ewige Dauerbaustelle. Uns erreichte folgende Leseranfrage: „Wisst ihr warum ein Hilfsbrückenbau auf der Behringstraße notwendig ist? Die Eisenbahnbrücke wurde doch erst vor Kurzem saniert?“
Also haben wir mal bei der Deutschen Bahn nachgefragt.

Zuletzt war die Behringstraße von Mai bis Juni, wegen der Verlegung von Fernwärmeleitungen durch die SachsenEnergie gesperrt. Ab 27. Juli hat die Deutsche Bahn die Sperrung veranlasst und bereitet Arbeiten an der Eisenbahnüberführung vor. Am 7. August beginnt dann der Einbau der Hilfsbrücken.
Vier Überbauten statt einer Brücke
Von der Straße aus sieht die Eisenbahnüberführung wie eine einzige Brücke aus. Tatsächlich besteht sie aus mehreren getrennten Überbauten, auf denen die Gleise liegen. Die Bahn arbeitet jetzt ausschließlich an den nördlichen Überbauten. Dort sind noch immer alle alten Brückenteile vorhanden. Während der Sperrung im Jahr 2024 setzte die Bahn diese Bauteile instand. Die Arbeiten sollten die weitere Befahrbarkeit bis zum späteren Ersatzneubau sichern. Eine neue Brücke entstand damals nicht.

Ein Provisorium übernimmt
Vom 7. August bis zum 1. September 2026 ersetzt die Deutsche Bahn einen der vier vorhandenen Überbauten durch Hilfsbrücken. Dafür reißen die Arbeiter Teile der bestehenden Widerlager ab. Diese Bauteile tragen die Enden der Brücke und leiten deren Gewicht in den Boden.
Außerdem errichtet die Bahn eine Kabelhilfsbrücke. Anschließend verlegt sie die Kabel aus dem betroffenen Baubereich auf dieses Provisorium. Die Hilfsbrücken halten den Zugverkehr während der Arbeiten aufrecht. Sie bilden jedoch keine dauerhafte Lösung.
Der richtige Neubau kommt später
Der bauliche Zustand der nördlichen Überbauten macht langfristig einen Ersatzneubau notwendig. Dabei will die Bahn auch die künftige Neuordnung und Verschwenkung der Gleise berücksichtigen. Wann dieser Neubau beginnt und wie lange die Arbeiten dauern, teilte die Deutsche Bahn auf unsere Anfrage nicht mit.
Die Bahn bezeichnet den aktuellen Einbau der Hilfsbrücken als reine Instandhaltungsmaßnahme.

Straße schon seit 27. Juli gesperrt
Auf den Schildern an der Behringstraße steht der 27. Juli 2026, 7 Uhr, als Beginn der Sperrung. Die beteiligten Unternehmen richten derzeit die Baustelle ein und bereiten die Arbeiten vor.
Umleitung über Waltherstraße und Löbtauer Straße
Die Deutsche Bahn sperrt den gesamten Bereich unter der Eisenbahnbrücke. Die Umleitung führt über die Waltherstraße und die Löbtauer Straße.
Auch Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad müssen mit Einschränkungen rechnen. Sie sollten die aktuelle Beschilderung vor Ort beachten.
Die Behringstraße ist also nicht erneut gesperrt, weil eine gerade gebaute Brücke schon wieder kaputt ist. Dort steht noch immer die alte Konstruktion.
Die Arbeiten von 2024 hielten sie vorläufig befahrbar. Jetzt übernimmt eine Hilfsbrücke. Der eigentliche Neubau folgt irgendwann später.
Nur wann, das bleibt offen. Lang lebe das Provisorium!
