Hilfe für Stadtbäume

Man muss kein besonders geschultes Auge haben um zu sehen, das es den Bäumen im Viertel schlecht geht. Fast könnte man meinen, der Herbst sei schon angebrochen. Laub liegt am Boden, die Blätter sind gelb oder Braun. Viele Bäume haben kahle Stellen oder schon ganz abgestorbene Äste. Bei Hitze und Trockenheit schließen Bäume die Spaltöffnungen ihrer Blätter, Welke Blätter sind also ein Schutzmechanismus, um weniger Wasser zu verlieren. Doch dadurch sinkt auch die Photosynthese, die Bäume nehmen weniger Nährstoffe auf und hungern.

Bäume werfen vorzeitig Laub ab, um Wasserverlust zu minimieren

Dresdenweit gibt es auf kommunalen Flächen einen Bestand von rund 104 000 Bäumen. Davon rund 54 000 Strassenbäume. 35 000 Bäume in Park und Grünanlagen, auf Spielplätzen und Flächen des Schulverwaltungsamtes sowie rund 15 000 Bäume an Gewässern.

Es wird heißer und trockener

Stadtbäume sind unverzichtbar für den Hitzeschutz. Wir befinden uns in einer dramatischen Veränderung des Klimas, der durch die Nutzung fossiler Brennstoffe entstanden ist. Das wird immer ausgeprägtere Hitzephasen und Trockenheit mit sich bringen. Zusätzlich zu Starkregenereignissen, die die Aufnahmefäghigkeit des Bodens übersteigen.

Der Boden ist ausgetrocknet und verdichtet

In einer Baumkrone ist es bis zu drei Grad kühler als in der übrigen Umgebung – durch die Verdunstungskälte, die bei der Photosynthese entsteht. Vor allem aber werfen Bäume Schatten und verhindern so das Aufheizen ihrer Umgebung. Die wahrgenommene Temperatur unter einem Baum kann 10 bis 12 Grad niedriger sein als daneben. Wir können auf Bäume in der Stadt nicht verzichten.

Hitzestress und Dürre

Gleichteitig leidet die Stadt unter einer schweren Dürre die den Grundwasserspiegel massiv beinträchtigt. Im Frühjahr, also von Anfag März bis Ende Mai, sind nur 63 Prozent des üblichen Niederschlags zusammen gekommen.

Nur in den Frühjahren 2020 und 2022 fiel weniger Regen. Bereits der vergangene Winter kam auf lediglich 76 prozent des üblichen Niederschlags. Vielleicht klingen diese Zahlen erstmal wenig dramatisch, aber wenn wir uns den Elbepegelstand von gerade mal 0,46m anschauen, dann ist das erschreckend.

Bäume richtig gießen

Ohne zusätzliches Gießen werden viele Stadtbäume nicht überleben. Dabei sind die Bürger:innen gefragt. Die öffentliche Hand mit all ihren anderen Aufgaben und den klammen Kassen wird es alleine nicht schaffen. 10 bis 15 Liter braucht ein junger Baum pro Tag, das ist das absolute Minimum. Umgerechnet heißt das: mindestens einen bis zwei Eimer am Tag, besser ist es jedoch zwei bis dreimal die Woche eine entsprechend größere Menge zu geben. So kann das Wasser auch tiefere Schichten durchfeuchten.

Ein Bewässerungssack – auch Baumbeutel genannt – ist eine Art Tröpfchenbewässerung

Vor allem angepflanzte Bäume, die jünger als elf Jahre alt sind und einen Stammdurchmesser von weniger als 25 Zentimetern haben, brauchen aktuell zusätzliches Wasser, um zu überleben. Ausgewachsene Bäume haben dagegen in der Regel ein ausgeprägtes Wurzelsystem, das bis in tiefere Wasserressourcen reicht.

Ausgewachsene Bäume mit ihrem weitreichenden Blattwerk brauchen viel, viel mehr Wasser: zwischen 200 und 400 Liter pro Woche. Da bringt das Gießen mit Eimern nicht viel. Trotzdem sollten wir nach Möglichkeit versuchen, auch die alten Stadtbäume zu retten, Zumindest diejenigen, die starke Stresssymptome zeigten, etwa grüne Blätter abwerfen. Es wäre eine Art Nothilfe, um sie am Leben zu erhalten.

Auch wenn Wasser knapp ist

Der Wert eines ausgewachsenen Baumes mit einer großen Blattkrone entspricht in etwa dem Wert eines Mittelklasse-Autos, also einer Größenordnung von 40.000 bis 60.000 Euro. Einen ausgewachsenen Baum kann man nicht ohne weiteres ersetzen. Es dauert Jahrzehnte, bis neue Bäume stabil heran gewachsen sind. Und es braucht wiedrum viel Waser, um sie soweit zu bringen.

Hier gibts Informationen und Vernetzung: https://dresdengiesst.de/

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