„komischer“ Vogel

Ein echt „komischer“ Vogel ist der Neuntöter (Lanius collurio) – ein Vogel, der sich in Dornen wohlfühlt.

In der Vogelwelt gibt es tatsächlich Arten, die eine deutliche Vorliebe für stachelige Unterkünfte zeigen. Der Neuntöter, auch als Lanius collurio bekannt, gehört zu diesen ungewöhnlichen Jägern.

Nestbau

Seine Nester baut er bevorzugt in Dornbüschen wie Heckenrosen, hoch aufragenden Brombeerranken, Schlehen und den Zweigen von Weiß- oder Schwarzdorn.

Dabei wählt er meist eine Höhe von ein bis zwei Metern, um seine Brut vor potenziellen Feinden zu schützen. Aufgrund seiner Vorliebe für diese spezifischen Lebensräume wird er oft als sogenannte Leitart für Heckenbiotope betrachtet.

Doch Dornen spielen im Leben dieses einzigartigen Vogels noch eine weitere entscheidende Rolle: Sie dienen ihm als makabre Vorratskammer und Futterplatz.

Ernährung

Seine Beute – vor allem Insekten unterschiedlichster Art, gelegentlich aber auch kleine Säugetiere oder Jungvögel – spießt er auf den Dornen auf, um sie dort zu lagern und später zu verzehren.

Diese eigentümliche Jagd- und Ernährungsweise hat ihm seinen auffälligen deutschen Namen eingebracht, der auf einer alten Überlieferung beruht: Man glaubte früher, der Neuntöter beginne erst dann mit dem Verspeisen seiner Beute, wenn diese in einer Anzahl von neun Tieren aufgespießt sei – ein Mythos, der ihn leicht martialisch erscheinen lässt.

Sein alternativer Name, Rotrückenwürger, leitet sich hingegen von seinem markanten Erscheinungsbild ab: Das Männchen zeichnet sich durch eine aschgraue Haube und einen markanten schwarzen Augenstreifen aus, der sich vom Schnabelansatz bis hinter die Augen zieht. Dazu kommen sein zartrosafarbener Bauch und ein rostbrauner Rücken, der ihm seinen farblich passenden Beinamen eingebracht hat.

Unterstützung des Vogels

Wie kann dieser faszinierenden Vogelart geholfen werden? Für das Wohlbefinden und die erfolgreiche Fortpflanzung des Neuntöters sind besonders dornreiche Hecken, Sträucher und Gehölze essenziell. Diese dienen ihm sowohl als Nistplatz als auch als Ansitzwarte bei der Jagd. Da er warme und trockene Regionen bevorzugt, sind strukturreiche Landschaften mit offener bis halboffener Charakteristik für ihn ideal. Beispiele dafür sind Viehweiden mit Heckenbewuchs, artenreiche Magerwiesen, locker bewachsene Trockenrasen sowie Wacholderheiden.

Aber auch Streuobstwiesen, gebüschdichte Waldränder oder junge Aufforstungsflächen zählen zu seinen bevorzugten Lebensräumen. Insbesondere der Schutz solcher Biotope sowie die Schaffung neuer Hecken durch gezielte Pflanzmaßnahmen tragen erheblich dazu bei, populationsbedrohten Arten wie dem Neuntöter eine Zukunft zu sichern. Nach einem erheblichen Rückgang seiner Bestände in den 1970er- und 1980er-Jahren haben gezielte Biotopverbundmaßnahmen mittlerweile für eine Stabilisierung gesorgt. Durch Heckenpflanzungen und die naturnahe Gestaltung von Rändern und Säumen entstanden aus einst eintönigen Landschaften wieder geeignete Habitate – nicht nur für den Neuntöter, sondern auch für zahlreiche andere Lebewesen.

Der Neuntöter ist ein Zugvogel und über seine abenteuerliche Reise ins Winterquartier könnt ihr hier mehr erfahren.

Dieser „komische“ Vogel soll auch bei uns in der Friedrichstadt nisten und brüten. Die Vogelkundigen in Dresden vermuten brütende Paare in der Hecken des Trümmerberges

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