Wer aus der Zukunft zurückkommt, hat normalerweise schlechte Nachrichten, einen Silberanzug oder mindestens ein Problem mit der Zeitmaschine. Beim Dear Future Festival in Dresden-Pieschen reist nun Frerk zurück ins Jahr 2026. Nicht, um dramatisch vor dem Untergang zu warnen, sondern um zu fragen, wie eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft aussehen könnte.
Am Freitag, 5. Juni, und Sonnabend, 6. Juni 2026, präsentieren das Dear Future Festival, der Verein Zukunftsgestalten und das Staatsschauspiel Dresden die mobile Inszenierung „Einmal Zukunft und zurück“ in der Alten Gärtnerei in Dresden-Pieschen. Mit dabei ist Sven Hönig. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.
Die Idee klingt fast verdächtig hoffnungsvoll. Frerk kommt aus einer Zukunft, in der die Klimakrise bewältigt wurde, globale Konflikte überwunden sind und der gesellschaftliche Zusammenhalt stärker geworden ist. Also aus einer Welt, die derzeit ungefähr so wahrscheinlich klingt wie ein pünktlicher Zug mit funktionierendem WLAN. Aber genau deshalb lohnt sich der Blick.
Utopie statt Untergang
Das Stück will nicht noch eine Katastrophe an die Wand werfen. Davon hängen schon genug herum. Die mobile Inszenierung fragt stattdessen, welche Handlungsmöglichkeiten es heute gibt. Wie kommen Menschen ins Gespräch? Wie lässt sich Klimagerechtigkeit erklären, ohne dass alle sofort innerlich abschalten? Und wie kann Theater helfen, wenn politische Debatten oft nur noch aus Rechthaben, Abwehr und Erschöpfung bestehen?

Das Format wurde ursprünglich für Schulen entwickelt und bereits erprobt. Beim Dear Future Festival öffnet es sich nun für Menschen aller Altersgruppen. Durch szenisches Spiel und Austausch sollen Räume entstehen, in denen Teilnehmende über Klimagerechtigkeit, soziale Ungleichheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und globale Verantwortung sprechen können.

Das klingt nach großen Worten, aber vielleicht braucht es genau dafür Theater. Auf der Bühne darf eine Zukunft ausprobiert werden, bevor sie in der Wirklichkeit scheitert oder gelingt. Niemand muss sofort einen Fünf-Punkte-Plan für die Rettung der Welt vorlegen. Es reicht erst einmal, sich eine andere Welt überhaupt wieder vorstellen zu können.
Joachim Klement, Intendant des Staatsschauspiels Dresden, beschreibt Theater in der Pressemitteilung als „die sozialste aller Künste“. Es könne Menschen und Kulturen verbinden und dazu herausfordern, im Dialog eine Vorstellung von Zukunft zu entwickeln.
Das Dear Future Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto „Connected – Für ein faires, globales Miteinander“. Neben Vorträgen, Workshops und Gesprächsformaten setzt das Festival bewusst auf kulturelle Zugänge. Dazu gehören auch ein Poetry Slam, ein Konzert der Banda Comunale und die Fotoausstellung „Weiß-Schwarz RELOADED“ des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen.
„Einmal Zukunft und zurück“ zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur in Statistiken, Förderanträgen und Verzichtsdebatten vorkommen muss. Sie kann auch auf die Straße, in den öffentlichen Raum und in eine Geschichte. Vielleicht ist das sogar dringend nötig. Denn Zukunft entsteht nicht, wenn alle nur auf die nächste Krise starren.
Sie beginnt manchmal mit einer ziemlich einfachen Frage: Was wäre, wenn es besser ausgeht?
Termine:
Freitag, 5. Juni 2026, 10.30 Uhr, im Rahmen des Dear Future Fachtags
Sonnabend, 6. Juni 2026, 13 Uhr
Ort:
Alte Gärtnerei, Heidestraße gegenüber Nr. 21, 01127 Dresden-Pieschen
Teilnahme:
kostenlos, Anmeldung erbeten
