Die vom Texture Printmaking Studio kuratierte Ausstellung „Von der Wohnkultur zur Druckgrafik“ bringt vier bemerkenswerte Künstlerinnen zusammen. Sie richten ihren Fokus auf die versteckte Ästhetik der Straßen und Gassen Taiwans.

Seit 19. Juni und noch bis zum 11. Juli 2026 stellen taiwanische Künstlerinnen und Künstler in der „Runden Ecke“ aus.
Die Kunstschaffenden Hsuan-Pei Lee (geb. 1983), Pei-Chen Wu (geb. 1999), Ting-Shiuan Wang (geb. 1993) und Yen-Jen Lee (geb. 1989) präsentieren Drucke auf Bütenpapier.
Ihr Werke gehen dabei über die bloße Darstellung architektonischer Elemente hinaus: Sie zelebrieren filigrane Fliesenmuster, die kühle Eleganz von Terrazzoböden und die ikonischen dekorativen Eisengitter, die seit Generationen das Stadtbild prägen. Diese alltäglichen Szenen werden nicht nur als bauliche Details betrachtet. Vielmehr entfalten sie sich hier als vielschichtige Träger kollektiver Erinnerungen, lebendige Zeugnisse vergangener Epochen und tiefe Einbettungen in das kulturelle Gedächtnis der Insel.




Durch den Einsatz meisterhafter Drucktechniken transformieren die Künstlerinnen diese starren, oft übersehenen Strukturen in eindrucksvolle visuelle Erzählungen voller Wärme und Poesie. Dabei steht nicht nur das künstlerische Motiv im Fokus, sondern ebenso das Material, das sie verwenden. Mit der bewussten Wahl von taiwanischem Büttenpapier schaffen sie eine sinnliche Verbindung zwischen lokalen Traditionen und moderner Interpretation.
So entsteht ein einzigartiger Raum – eine kulturelle Schnittstelle, an der die feine Textur des Papiers, die urbane Umgebung Taiwans, das kollektive Gedächtnis seiner Menschen und die filigrane Kunst des Drucks auf beeindruckende Weise verschmelzen.
Die Ausstellung in der „runden Ecke“ lädt ein zum Verweilen, Beobachten und Nachspüren, wie sich das Alte und Alltägliche in zeitgenössische Kunst transformiert.
Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Freitag 16:00 – 19:00 Uhr und Samstag 14:00 – 17:00 Uhr (an Feier- und Brückentagen geschlossen)

Hintergrund
Während in Dresden die Bauarbeiten für die erste europäische Fabrik des taiwanischen Halbleiterproduzenten TSMC voranschreiten, vertiefen sich gleichzeitig die kulturellen Verbindungen zwischen Taiwan und der sächsischen Hauptstadt.
Im Juni 2026 können Interessierte in Dresden unter dem Motto „Taiwan meets Dresden“ eine facettenreiche Entdeckungsreise in die taiwanische Kultur unternehmen. Ob Musik, Kunst, Film oder Einblicke in die Alltagskultur – das Veranstaltungsangebot verspricht vielfältige Inspiration und spannende Perspektiven. Hinter der Initiative steckt „Formosa“, eine engagierte Kulturplattform, die von der Dresden Mandarin Schule e. V. und der Taiwanese Women’s Association Dresden ins Leben gerufen wurde.
Ihr Ziel: taiwanische Kultur und Perspektiven sichtbar machen und einen lebendigen, wechselseitigen Austausch fördern. Für die Umsetzung des Taiwan Culture Monats greifen die Organisator:innen auf eine breite Unterstützung zurück. Mit an Bord sind namhafte Partner wie ESMC (das Gemeinschaftsunternehmen von TSMC, Infineon, Bosch und NXP), die TSMC Education and Culture Foundation, das taiwanische Ministry of Culture, die Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland sowie die Landeshauptstadt Dresden selbst.
Ein Highlight des Programms wird das künstlerische Angebot im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau sein. Hier entsteht ein Raum für kulturelle Dialoge und Begegnungen, der Taiwan auf kreative Weise näherbringen soll.
Fest steht: Der Taiwan Culture Monat biete eine besondere Gelegenheit taiwanesische Kunst zu entdecken.
