Richtig heftig

Für die Friedrichstädterinnen und Friedrichstädter wird es in der nächsten Woche richtig heftig. Die Konzerte der Band Rammstein bringen Verkehrseinschränkungen, Staus, volle Strassenbahnen, volle Busse und jede Menge Menschen.

Am 15. Mai startet die Erste von vier Veranstaltungen mit den Männern aus Berlin.

Es ist egal ob wir den Sound der Band mögen oder nicht. Egal ist auch welche Meinung wir persönlich zu der Band haben.

Sperrungen

Zu hinterfragen ist aber ob es gerechtfertigt ist ganze Straßenzüge abzusperren.

Von Mittwoch, 15. Mai 2024, um 8 Uhr bis Sonntag, 19. Mai 2024, um 24 Uhr sind deshalb um das Konzertgelände die Straßen Pieschener Allee, Messering, Schlachthofstraße und Elberadweg für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Darüber hinaus gibt es folgende Einschränkungen, damit der ÖPNV ungehindert fahren kann.

  • Friedrichstraße: Verbot der Einfahrt in die Friedrichstraße aus Richtung Bremer Straße, Verbot des Linksabbiegens aus der Friedrichstraße in die Weißeritzstraße, zusätzliche Haltestellen, Haltverbote
  • Marienbrücke: zusätzliche Haltestelle. Dafür muss eine Fahrspur aus Richtung Neustadt in Richtung Altstädter Elbseite auf der Marienbrücke gesperrt werden.
  • Waltherstraße: Haltverbote
  • Schweriner Straße: zusätzliche Haltestelle
  • Maxstraße: Haltverbote
  • Bautzner Straße: zusätzliche Haltverbote
Quelle Dresden.de Themenstadtplan

Diese geplanten Verkehrseinschränkungen werden Einfluss auf den Verkehr in den umliegenden Stadtgebieten haben. Sie werden die jetzt schon bestehende Parkplatznot in der Friedrichstadt verstärken.

Die Veranstalter sprechen von 55000 Menschen (Kartenpreis: rund 100.00 Euro) pro Abend. Die Menschen werden aus allen Richtungen durch den Stadtteil geleitet und nicht alle von ihnen werden die aufgestellten die Toilettenburgen benutzen.

Dazu kommen noch unzählbare Personen die versuchen werden einen Platz mit der Möglichkeit des Mithörens zu finden. Ein kostenfreies Mitschauen wird durch hohe Blickschutzwände verhindert.

Die Beobachtungen und Erfahrungen aus den großen Konzerten der letzten Jahre zeigen dies deutlich.

Stadiontour

Dies Veranstaltungen finden im Rahmen der Stadiontour der Band statt. Da stellt sich die Frage, warum finden sie nicht in einem Stadion statt. In Sichtweite des Veranstaltungsgeländes befindet sich ein Stadion, dieses kann aber nicht für Konzerte genutzt werden. In das Harbig Stadion passen für Musikveranstaltungen 50000 Menschen, aber da spielt aktuell Dynamo Dresden für oder gegen der Aufstieg.

Der Dresdner Weg ist, ein Stadion aufzubauen wo nie eines war.

Naturschutz

Ebenso zu hinterfragen ist, ob die Flutrinne der richtige Ort für eine Veranstaltung dieser Größe ist.

Sie liegt in direkter Nachbarschaft des Ostrageheges. Das Ostragehege ist nicht nur Landschaftsschutzgebiet, es is auch Fauna-Flora-Habitat und Vogelschutzgebiet nach europäischem Recht. Die Pieschener Allee und ein Teil der hochgradig gefährdeten, hier aber noch auf großen Flächen existierenden und gesetzlich geschützten Flachland-Mähwiesen mit ihrem Blumen- und Insektenreichtum sind obendrein als Flächennaturdenkmale nach sächsischem Recht unter gesonderten Schutz gestellt. Der B.U.N.D. beschreibt den besonderen Schutzstatus dieses Gebietes in einem Positionspapier vom Januar 2023 ausführlich.

Zu den genannten Kritikpunkten kommen auch die großflächigen Absperrungen rund um das Veranstaltungsgelände.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Friedrichstadt müssen mit den Sperrungen des Naherholungsgebietes vor ihrer „Haustür“ leben und an vier Abenden die, über sie hereinbrechenden, Klänge „ertragen“, auch die Patientinnen und Patienten des Krankenhauses.

Doch das gilt für viele Menschen aller Altersgruppem in der Stadt, je nach Windrichtung.

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3 thoughts on “Richtig heftig

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