Poesie der Friedrichstadt


Heute begehen wir den Welttag der Poesie. Können wir die Poesie der Friedrichstadt finden. Wo sind die Poeteninnen und Poeten des Stadtteils und wie poetisch ist die Friedrichstadt?

Giebel an der Seminarstraße

Welttag der Poesie


Die UNESCO rief den 21. März zum Welttag der Poesie aus und seit 2000 wird es jedes Jahr in verschiedensten Varianten gefeiert. Er soll an „die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern“. Er soll weiterhin den interkulturellen Austausch fördern und dem Verschwinden von Poesie aus der Gegenwartsliteratur entgegenwirken. Die UNESCO möchte mit dem Welttag der Poesie aufzeigen, dass die Poesie auch im Zeitalter der neuen Informationstechnologien einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben einnehmen kann.

Poesie in der Friedrichstadt

Hohenthalplatz


Wir wissen, dass J.W.Goethe 1768 als Student in der Friedrichstraße 5 bei Johann Gottfried Haucke einem Schuster wohnte. Größer als der deutsche Meisterpoet geht wahrscheinlich nicht und trotzdem, wer sucht der findet.

Gefunden haben wir Otto Julius Bierbaum, der unter der Nummer 171 im ehemaligen Freimaurer Insitut in der Friedrichstadt eingeschrieben war.

Von ihm stammt das Kurzgedicht „Wenn zwei Kleinliche sich paaren, mög‘ die andern Gott bewahren. Knausern beide im Verein, wird es unerträglich sein.“ und auch das Zitat „ Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ wird ihm zugeschrieben. So jedenfalls steht es auf einer Gedenktafel in Zielona Góra seinem Geburtsort geschrieben.

Günter Schreiber dagegen kennt wahrscheinlich niemand im Stadtteil, außer den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflegeheimes auf der Wachsbleichstraße. Gedichte von ihm wurden auch in den Fenstern des Pflegeheimes ausgehangen.

Einen weiteren Poeten kann man im Stadtteil auch begegnen. René Seim ist mit der Veranstaltungsreihe „Wildes Parfum“ regelmäßig im Riesa efau zu erleben.

Danke an René Seim

die Poesie der Friedrichstadt, wo noch


Auf den ersten Blick ist sie kaum sichtbar, vorhanden ist sie schon. In Lesungen in den Kultureinrichtungen im Viertel, in den Büchern der hier lebenden Autoren und Autorinnen. Vorhanden ist sie aber auch in Grafitis, Geräuschen und überhaupt, poesie ist überall: mensch muss sie nur finden wollen.


Dieser Stadtteil ist poetisch:

leise gleiten busse
unter reflektierten licht der yenidze,
elektrisch um die ecken
schulkinder lärmen an den ampeln

stehend, wartend,

dass die gelben lindwürmer vorüber streifen.
auf dem vorplatz

gewimmel der sprachen, kulturen

hafen, mühle, eisenbahnen, durchgangstraßen

eigenheim, altbau, platte

mittendrin überraschend, überrascht

wir,

verabredet, zufällig und jedesmal erfreut.

wir.

Grüne Ecke 2012


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