Unter der Nossener Brücke ist der Weg frei

280 Meter Tunnel, 20 Meter unter der Erde und rund 30 Millionen Euro Kosten. Sehen wird man davon künftig fast nichts. Trotzdem hat SachsenEnergie mit dem neuen Mediendüker eine wichtige Voraussetzung für den Umbau der Nossener Brücke und die Campuslinie geschaffen.

Unter der Nossener Brücke ist der Mediendüker fertig. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für den Brückenneubau und die Dresdner Campuslinie geschaffen.
31.07.2025 Dresden: Einhub Tunnelbohrmaschine für Düker an der Nossener Brücke.
Foto: Sachsenenergie / Eric Münch

Seit August liegen dort Fernwärme-, Strom- und Telekommunikationsleitungen, die bisher oberirdisch an der Nossener Brücke verliefen. SachsenEnergie hat den Versorgungstunnel jetzt fertiggestellt. In den kommenden Wochen verschwindet noch die alte Rohrbrücke mit den bisherigen Fernwärmeleitungen.

Dann ist oberirdisch Platz für das, worauf Dresden schon deutlich länger wartet.

Die Straßenbahn soll über die Nossener Brücke fahren

Die Nossener Brücke wird komplett neu gebaut. In ihrer Mitte entsteht eine eigene Straßenbahnbrücke. Von dort führt die neue Strecke über die Nürnberger Straße bis zum Nürnberger Platz. Die DVB plant für das Gesamtprojekt eine Fertigstellung Mitte 2031.

Die Campuslinie soll vor allem die stark beanspruchte Buslinie 61 entlasten. Gleichzeitig entstehen neue Direktverbindungen. Fahrgäste sollen beispielsweise künftig von Gorbitz mit der Straßenbahn direkt in Richtung TU Dresden fahren können. Auf der Nossener Brücke ist außerdem eine neue Haltestelle geplant. Dort soll später der Umstieg zu einem geplanten S-Bahn-Haltepunkt unterhalb der Brücke möglich sein.

Für den Dresdner Westen ist das eine gute Sache und für Gorbitz eine neue Chance, dass sich die Wohngebiete verstärkt mit Studierenden füllen und mehr durchmischen. Die neue Verbindung wird Wohngebiete, Universität und Arbeitsplätze besser miteinander verknüpfen.

Erst einmal musste der Bohrer ran

Bevor oben neue Brücken und Gleise entstehen können, musste SachsenEnergie das Leitungsproblem lösen. Fernwärmerohre, Stromkabel und Telekommunikationsleitungen brauchen schließlich weiterhin ihren Weg von einer Seite der Bahnanlagen auf die andere.

Dafür entstand der Mediendüker. Eine Spezialmaschine bohrte sich rund 20 Meter unter der Erde durch den Untergrund und unterquerte dabei die weiterhin genutzten Bahngleise. Der Tunnel misst rund 280 Meter und hat innen einen Durchmesser von etwa drei Metern. Er ist groß genug, dass Techniker ihn begehen können.

Darin stecken inzwischen 950 Meter Fernwärmerohre, 6,6 Kilometer Stromkabel und 3,2 Kilometer Telekommunikationsleitungen. SachsenEnergie beziffert die Kosten einschließlich Fördermitteln auf rund 30 Millionen Euro.

Ein Stück Campuslinie, das niemand sehen wird

Der Mediendüker gehört damit zu den eher undankbaren Bauwerken einer Stadt. Zwei Jahre Bauzeit, eine gewaltige Tunnelbohrmaschine und Tausende Meter Leitungen verschwinden unter der Erde, während später vor allem über die neue Straßenbahn gesprochen werden dürfte.

Für die Campuslinie ist diese unsichtbare Arbeit entscheidend. Die DVB hat den Neubau der Nossener Brücke bereits begonnen. Aktuelle Ausschreibungen für den Bauabschnitt Nossener Brücke und Nürnberger Straße zeigen, dass weitere Arbeiten vorbereitet werden.

Wer derzeit mit der Linie 61 unterwegs ist, bekommt von dem Großprojekt ohnehin schon etwas mit. Die Haltestelle Zwickauer Straße entfällt seit Juni wegen der Bauarbeiten bis auf Weiteres. Auch weitere Arbeiten an der Nossener Brücke führen zeitweise zu Umleitungen.

Bis die erste Straßenbahn über die neue Brücke fährt, braucht Dresden also noch Geduld. Unter der Erde ist ein entscheidendes Stück Arbeit aber bereits erledigt.

Lasst euch benachrichtigen oder benachrichtigt andere!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner