Noa baut Brücken im Stromwerk

Am Freitagabend wird es im Kraftwerk Mitte nicht nur musikalisch, sondern auch politisch poetisch. Die israelische Sängerin Noa kommt am 5. Juni 2026 zu den Dresdner Musikfestspielen ins Stromwerk. Um 20 Uhr präsentiert sie dort ihr Programm „The Giver“.

Noa ist eine dieser Künstlerinnen, bei denen das Wort „Weltmusik“ schnell zu klein wirkt. Sie singt, schreibt, verbindet und bewegt sich zwischen Jazz, Pop, Rock, R&B, Country, Western und Folk. Das klingt auf dem Papier nach musikalischem Mischregal. Bei ihr wird daraus ein eigener Ton, getragen von einer Stimme, die nicht erst laut werden muss, um groß zu sein.

Noa bei den Dresdner Musikfestspielen im Stromwerk

Große Stimme, klare Haltung

Die Dresdner Musikfestspiele nennen sie eine „Brückenbauerin mit großer Stimme“. Noa, geboren als Achinoam Nini, wuchs in Israel und den USA auf und steht seit Jahren für musikalische Offenheit und kulturellen Dialog. Sie arbeitete mit internationalen Größen wie Pat Metheny, Sting, Stevie Wonder und Andrea Bocelli zusammen. Bei den Musikfestspielen 2021 sagte sie, sie suche ständig nach neuen Engeln, wolle verborgene Winkel der Seele erhellen, unbeantwortete Fragen ansprechen und Brücken bauen.

Das kann man pathetisch finden. Oder ziemlich nötig.

Denn wer heute von Brücken spricht, meint nicht nur schöne Bilder für Programmhefte. Brücken fehlen gerade an vielen Stellen. Zwischen Dresdens Altstadt und Neustadt, zwischen Kulturen, zwischen politischen Lagern, zwischen lauten Gewissheiten und leisen Fragen. Noa bringt diese Themen als Musik auf die Bühne.

Im Stromwerk steht sie mit Gil Dor an der Gitarre, Ruslan Sirota am Klavier und Daniel Dor an der Perkussion auf der Bühne. Gemeinsam präsentieren sie „The Giver“, ein Programm über Geben, Fürsorge, Teilen und Großzügigkeit. Das klingt fast altmodisch, deshalb passt es in diese Zeit.

Musikfestspiele im Kraftwerk Mitte

Das Stromwerk ist für diesen Abend ein passender Ort. Früher Industrie, heute Kultur. Ein Ort, der selbst schon erzählt, wie Städte sich verändern können, ohne ihre Vergangenheit ganz abzustreifen. Zwischen Schauspielhaus, Staatsoperette, TjG und Clubatmosphäre bekommt Noas Musik hier einen Rahmen, der weniger steif ist als der große Konzertsaal und direkter wirkt.

Wer bei den Dresdner Musikfestspielen nur an klassische Hochkultur denkt, sollte hier genauer hinhören. Noa bringt keine Musik zum stillen Wegnicken mit. Ihre Stücke leben von Stimme, Rhythmus, Melodie, politischer Erfahrung und poetischer Klarheit. Das kann sanft beginnen und plötzlich sehr wach machen.

Tickets gibt es über die Dresdner Musikfestspiele und über Eventim. Die Musikfestspiele nennen Preisgruppen von 57, 47 und 37 Euro. Bei Eventim liegen die verfügbaren Tickets je nach Kategorie bei 66,70 Euro, 55,70 Euro und 44,70 Euro, inklusive Gebühren. Wer hinmöchte, sollte also genau schauen, über welchen Anbieter gebucht wird.

Termin: Freitag, 5. Juni 2026
Beginn: 20 Uhr
Ort: Stromwerk, Kraftwerk Mitte 28, 01067 Dresden
Programm: Noa, „The Giver“
Mitwirkende: Noa, Gesang, Gil Dor, Gitarre, Ruslan Sirota, Klavier, Daniel Dor, Perkussion
Tickets: über Dresdner Musikfestspiele und Eventim

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