Wer auf dem Elberadweg durch Dresden fährt, soll sich künftig leichter orientieren können. Am Terrassenufer ist das erste neue Piktogramm aufgebracht worden. Weitere 19 Markierungen sollen in den kommenden Monaten an ausgewählten Stellen im Dresdner Stadtgebiet folgen.

Hinter dem Projekt stehen der ADFC Dresden, die Dresden Marketing GmbH und die Koordinierungsstelle Elberadweg Süd. Gemeinsam wollen sie die offizielle Route besser sichtbar machen, besonders an stark frequentierten und unübersichtlichen Abschnitten.
Das erste Piktogramm befindet sich auf Höhe der ehemaligen Carolabrücke. Vorgestellt wurde es bei einer symbolischen Erstüberfahrt am Terrassenufer.
Markierungen sollen Missverständnisse vermeiden
Die neuen Piktogramme zeigen Radfahrenden, wo der Elberadweg tatsächlich entlangführt. Das klingt zunächst nach einer kleinen Veränderung, kann im Alltag aber entscheidend sein.
Gerade im Dresdner Zentrum treffen auf engem Raum viele unterschiedliche Interessen aufeinander. Reisende mit Gepäck, Familien auf Fahrrädern, Menschen auf dem Weg zur Arbeit und Spaziergängerinnen und Spaziergänger nutzen teilweise dieselben oder unmittelbar nebeneinanderliegende Flächen.
Ist die Wegeführung nicht eindeutig erkennbar, entstehen schnell Missverständnisse. Radfahrende wechseln unsicher die Spur, Fußgängerinnen und Fußgänger stehen versehentlich auf der vorgesehenen Route oder ortsfremde Gäste suchen an Kreuzungen nach dem richtigen Verlauf.
Die Piktogramme sollen deshalb nicht nur der Orientierung dienen, sondern auch Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr verringern.
„Gerade an stark frequentierten Abschnitten helfen klare Markierungen dabei, die Wegeführung verständlich zu machen und Konflikte an unübersichtlichen Stellen vorzubeugen“, erklärt Juliane Mostertz vom Vorstand des ADFC Dresden.
Davon profitierten nach Ansicht des Vereins sowohl Radfahrende als auch Menschen, die zu Fuß unterwegs sind.
Weitere 19 Piktogramme folgen
Insgesamt sind zunächst 20 Piktogramme vorgesehen. Das erste wurde bereits am Terrassenufer aufgebracht. Die übrigen 19 Markierungen sollen in den kommenden Monaten folgen.

Ehrenamtliche des ADFC Dresden bringen die Piktogramme vor Ort an. Die Dresden Marketing GmbH finanziert die Umsetzung. Seit Oktober 2025 haben die beteiligten Organisationen die geeigneten Standorte untersucht.
Hilfe für ortsfremde Radreisende
Die Markierungen richten sich besonders an Menschen, die Dresden mit dem Fahrrad besuchen und die örtlichen Wege nicht kennen.
Einheimische wissen häufig, auf welcher Elbseite sie fahren müssen, wo ein Weg unterbrochen ist oder an welcher Stelle die Route von der Uferpromenade abzweigt. Für Radreisende ist das nicht immer selbstverständlich.
Kleine Unsicherheiten können sich auf einem viel befahrenen Radfernweg schnell zu einem Problem entwickeln. Wer plötzlich anhalten, wenden oder eine Kreuzung mehrfach prüfen muss, behindert möglicherweise andere Verkehrsteilnehmende und verliert Zeit.
Die neuen Symbole sollen den Verlauf deshalb schon beim Fahren erkennbar machen. Radreisende sollen weniger nach Schildern suchen müssen und entspannter durch das Dresdner Stadtgebiet gelangen.
Elberadweg ist für Dresden ein wichtiger Tourismusfaktor
Der Elberadweg gehört seit Jahren zu den beliebtesten Radfernwegen Deutschlands. Er führt durch mehrere Bundesländer und verbindet Landschaften, kleinere Städte und touristische Ziele entlang des Flusses.
Für Dresden ist die Route deshalb mehr als nur ein Weg für den Alltagsverkehr. Sie bringt Radreisende direkt in die Stadt, an Sehenswürdigkeiten, Hotels, Gaststätten und kulturellen Einrichtungen vorbei.
Die Dresden Marketing GmbH betrachtet den Elberadweg als wichtiges Angebot für die Reiseregion Dresden Elbland. Nach Angaben der Organisation nutzen ihn nicht nur klassische Radwanderer, sondern auch Familien und sogenannte Genussreisende, die ihre Tour mit Kultur, Gastronomie und Ausflügen verbinden.
„Durch die neuen Piktogramme können Radreisende nun deutlich sicherer und entspannter auf dem schönen Dresden-Abschnitt des Elberadwegs unterwegs sein“, sagt Karla Kallauch, Pressesprecherin der Dresden Marketing GmbH.
Die Markierungen tragen zusätzlich den Schriftzug #Visit Dresden. Damit sollen sie nicht nur den Weg weisen, sondern auch als Willkommensgruß an Gäste verstanden werden.
Dresden übernimmt ein bereits erprobtes System
Piktogramme auf der Fahrbahn oder auf Wegen sind entlang des Elberadwegs keine grundsätzlich neue Idee. Nach Angaben der Koordinierungsstelle Elberadweg Süd werden ähnliche Markierungen bereits in Teilen Tschechiens, in Sachsen-Anhalt und in Riesa eingesetzt.

Dort hätten sie sich als Ergänzung zur klassischen Beschilderung bewährt.
„Umso mehr freut es uns, dass diese bewährte Form der Radwegmarkierung nun auch in Dresden Einzug hält“, erklärt Jule Thöming von der Koordinierungsstelle Elberadweg Süd.
Die Piktogramme sollen den Elberadweg als zusammenhängende internationale Route besser erkennbar machen. Nach Dresden ist laut Koordinierungsstelle auch eine Umsetzung in der Sächsischen Schweiz vorgesehen.
Kleine Symbole lösen nicht alle Probleme
Die neuen Markierungen können die Orientierung verbessern. Sie ersetzen jedoch keine durchgängige, sichere und ausreichend breite Radverkehrsinfrastruktur.
Ein Piktogramm zeigt, wo Radfahrende entlangfahren sollen. Es beseitigt aber keine Engstellen, schlechten Oberflächen oder unklare Übergänge. Auch Konflikte zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden lassen sich nicht überall allein durch aufgemalte Symbole vermeiden.
Besonders an touristisch stark genutzten Abschnitten bleibt entscheidend, ob genügend Platz vorhanden ist und ob sich die verschiedenen Verkehrsarten tatsächlich sicher voneinander trennen lassen.
Die neuen Piktogramme sind deshalb vor allem ein Baustein. Sie können die bestehende Route verständlicher machen, lösen aber nicht automatisch alle Schwierigkeiten entlang des Elberadwegs.
Ehrenamtliche bringen die Markierungen auf
Bemerkenswert ist auch, dass die praktische Umsetzung durch Ehrenamtliche des ADFC Dresden erfolgt.
Während die Dresden Marketing GmbH die Kosten unterstützt, übernehmen Mitglieder des Fahrradclubs die Arbeiten an den ausgewählten Standorten. Das Projekt basiert damit nicht nur auf touristischer Vermarktung, sondern auch auf ehrenamtlichem Engagement.

ADFC, Dresden Marketing GmbH und Koordinierungsstelle Elberadweg Süd verfolgen nach eigenen Angaben drei Ziele. Die Orientierung soll leichter werden, die touristische Wahrnehmung des Elberadwegs soll steigen und die Wegeführung soll an stark genutzten Stellen deutlicher zu erkennen sein.
Ob die Symbole im Alltag tatsächlich helfen, wird sich zeigen, sobald alle geplanten Standorte markiert sind. Am Terrassenufer ist der Anfang gemacht.
