Die Sachsenenergie plant den Bau einer neuen Flusswasserwärmepumpe. Diese soll direkt neben der Marienbrücke auf dem Parkplatz vor dem Volksfestgelände Pieschener Allee entstehen.
Dieser Standort eignet sich aufgrund der Nähe zur Elbe und zum Fernwärmenetz.

Eine Wärmepumpe, wie sie inzwischen viele Privathaushalte für ihre Wohnhäuser nutzen, gewinnt Wärme aus der Luft. Eine Flusswasserwärmepumpe entzieht dem Wasser thermische Energie und wandelt sie in nutzbare Wärme um.
In dem Prozess wird der Elbe rund 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entzogen, welches nach dem Umwandlungsprozess um etwa drei Grad Celsius kälter wieder in die Elbe zurückfließt.
Keine spürbaren Auswirkungen
Die genutzte Wassermenge entspricht ungefähr einem Prozent der gesamten Wassermenge des Flusses. Somit ist die leichte Abkühlung des genutzten Wassers in der Elbe nicht spürbar. Die gewonnene Wärme gelangt anschließend in das zentrale Fernheiznetz und zu den Fernwärmekunden.
Bis auf sehr kalte Wintermonate mit sehr niedrigen Wassertemperaturen kann die Flusswasserwärmepumpe fast das gesamte Jahr über Wärme erzeugen.
Auf diese Weise könnten bis zu 45.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Das wären rund 16 Prozent der Dresdner Haushalte.
Unabhängiger von Erdgas werden
Aktuell erzeugen vier Kraftwerke dezentral Wärme für die Dresdener Haushalte. Der Erdgasanteil liegt dabei noch bei 96 Prozent. Das Fernwärmenetz muss unabhängiger von Erdgas werden. Flüsse durchziehen Deutschland auf über 400.000 Kilometern. Und werden bisher noch zu wenig als Quelle für klimafreundliche Wärme genutzt. Aquathermie, also die Wärmegewinnung aus Oberflächen-Wasser, ermöglicht die Versorgung von Gebäuden und Quartieren mit regenerativer Energie. Mit der Flusswasserwärmepumpe könnten jährlich rund 300.000 Megawattstunden klimafreundliche Wärme gewonnen werden.
Für die Gestaltung des Gebäudes wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Den gewann das Leipziger Büro ZILA.
Im Entwurf soll die Anlage 18 Meter hoch, 50 Meter lang und 35 Meter breit werden. Zum Elberadweg hin ist eine überdachte Sitzgelegenheit geplant, die heute versiegelte Parkfläche würde teils entsiegelt und begrünt. Die Planungen laufen seit 2023 und sollen bis 2028 dauern
Der Bau wird voraussichtlich 92 Millionen Euro kosten, von denen der Bund über die Förderung für effiziente Wärmenetze 30 bis 35 Millionen übernehmen soll. Sie könnte 2031 in Betrieb gehen.
Die Pläne wurden der Dresdener Gestaltungskommision vorgestellt. Am Ende entscheidet der Stadtrat.
