Carl Maria von Weber ist in Dresden gerade überall. In Programmen, Konzerten, Ausstellungen, Jubiläumstexten.

Zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber macht die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden nun etwas sehr Spannendes. Sie erklärt ihren Namenspatron nicht mit einer dicken Festschrift, die man pflichtbewusst aufschlägt und dann doch wieder neben den Kaffee legt. Sie lässt die eigene Hochschule sprechen.
Die Videoreihe heißt „Carl Maria von Weber erklärt von …“. Lehrende und Studierende erzählen darin, was sie persönlich mit Weber verbinden.
Mehr als nur Freischütz
Besonders spannend ist, dass die Reihe Weber nicht auf sein bekanntestes Werk reduziert. Natürlich kommt „Der Freischütz“ vor. An dieser Oper klebt Webers Name bis heute wie Harz am Waldweg. Aber die Videos zeigen, dass hinter dem Komponisten mehr steckt als Jägerchor, Wolfsschlucht und romantischer Nebel.
Der Jazz/Rock/Pop-Kompositionsprofessor Stefan Behrisch spricht darüber, welche Eigenschaften in Webers Werken ihn besonders inspirieren. Der Musikwissenschaftler Dr. Wolfgang Mende ordnet ein, dass Webers Werk viel mehr Facetten besitzt als die später nationalistisch vereinnahmte Oper „Der Freischütz“. Und die Prorektorin und Cellistin Juliane Gilbert erzählt von ihren persönlichen Aufführungserfahrungen mit Webers Musik, aus der Zeit, als sie selbst noch Schülerin und Studentin war.
Das macht die Reihe sympathisch. Weber steht nicht als Marmorbüste im Flur, sondern bekommt Stimmen aus der Gegenwart. Menschen, die heute an der Hochschule lehren, lernen, spielen und forschen, schauen auf den Komponisten, dessen Name über ihrer Tür steht.
Unbedingt reinhören
Die Videos eignen sich gut für alle, die Weber bisher eher als Straßennamen, Hochschulnamen oder Opernpflichtstoff abgespeichert haben. Sie sind kurz genug für zwischendurch und persönlich genug, um nicht nach Musikunterricht mit erhobenem Taktstock zu klingen.
Wer war Carl Maria Weber?
Dresden feiert 2026 den 200. Todestag Carl Maria von Webers. Die Stadt erinnert damit an einen Komponisten, der ab 1817 als Königlicher Kapellmeister und Direktor der Deutschen Oper in Dresden wirkte und das Musikleben der Stadt prägte. Sein Grab befindet sich in der Friedrichstadt auf dem Alten Katholischen Friedhof. Die HfM trägt seinen Namen seit 1959. Mit der Videoreihe zeigt sie, dass ein Namenspatron nicht nur an der Fassade stehen muss. Er kann auch Gesprächsanlass sein.
Die Videos „Carl Maria von Weber erklärt von …“ gibt es auf den Kanälen der Hochschule für Musik Dresden.
