„Zu-verschenken-Kisten“

Manche lieben sie, andere sehen sie eher kritisch: die „Zu-verschenken-Kisten“. Wir sehen sie auch immer häufiger in der Friedrichstadt.

Tatsächlich sind diese kostenlosen Schatztruhen eine hervorragende Möglichkeit, nicht mehr benötigte Gegenstände einem neuen Zweck zuzuführen – nachhaltig und unkompliziert.

Aber wie bei den meisten guten Ideen steckt der Teufel im Detail.

Wir können euch sagen, wie ihr beim Aufstellen solcher Kisten auf der sicheren (und legalen) Seite bleibt.

Warum „Zu-verschenken-Kisten“ eine „Zu-verschenken-Kisten“ Lösung sind ist kein Geheimnis: Wir konsumieren oft mehr, als wir tatsächlich brauchen. Von Kleidung über Bücher bis hin zu Haushaltsgegenständen – irgendwann türmen sich Dinge, die ausgedient haben oder einfach nicht mehr gefallen.

Der Gedanke liegt nahe: Warum in den Müll werfen, wenn andere noch Freude daran haben könnten? Schließlich ist es viel nachhaltiger, Dinge weiterzugeben, als sie achtlos zu entsorgen. Es spart Ressourcen, reduziert Abfall und schenkt anderen vielleicht sogar einen kleinen Glücksmoment.

Also, auf den ersten Blick wäre die Lösung denkbar einfach: Schnappt euch eine Kiste, pack die Sachen hinein und stell sie vor die Tür.

Zu-verschenken-Kiste 1

Der rechtliche Haken an der guten Absicht

Bevor ihr jedoch zur Tat schreitet, solltet ihr euch mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Denn so simpel die Idee klingt – einfach eine Verschenkekiste auf den Gehweg zu stellen, ist gesetzlich gesehen oft nicht erlaubt.

Öffentliche Flächen für persönliche Zwecke zu nutzen, kann als „illegale Müllentsorgung“ oder „wilde Ablagerung“ gewertet werden.

Das führt nicht nur zu Unmut bei deinen Nachbarn, sondern auch zu möglichen Bußgeldern. Besonders dann, wenn jemand den Zustand an die Behörden meldet und diese einschreiten müssen.

In manchen Fällen könnte deine „Zu-verschenken“-Kiste sogar als unzulässige Sondernutzung eingestuft werden – ähnlich einem Straßenflohmarkt oder Fest auf öffentlichem Grund. Dafür braucht ihr dann eine Genehmigung.

Kritisch wird es vor allem, wenn die hinterlassenen Gegenstände Schäden verursachen: Beispielweise durch auslaufende Flüssigkeiten oder Schadstoffe aus kaputten Elektronikgeräten wie LED-Lampen.

Zu-verschenken-Kiste 2

Tipps für’s richtige Vorgehen beim Raustellen von „Zu-verschenken-Kisten“

Doch keine Sorge – ihr könnt unbesorgt weitermachen und mit deiner Verschenkekiste Gutes tun, solange ein paar Grundregeln eingehalten werden:

1. Ort der Kiste: Die beste Lösung ist, die Kiste auf deinem eigenen Grundstück zu platzieren. Ideal ist ein Standort, der vom Gehweg aus gut zugänglich ist – das macht es potenziellen Interessierten einfacher und bewahrt dich vor rechtlichem Ärger.

2. Ordentlich und übersichtlich: Vermeide Chaos! Stelle sicher, dass die Kiste ordentlich gehalten wird und nur intakte sowie saubere Gegenstände enthält. Niemand freut sich über kaputte oder verschmutzte Dinge.

3. Gefahrenquellen ausschließen: Zerbrechliche und gefährliche Gegenstände wie Glas oder Schadstoffe haben in einer Verschenkekiste nichts verloren. Achte darauf, dass niemand unabsichtlich zu Schaden kommen kann.

4. Kennzeichnung: Beschrifte deine Kiste deutlich mit „Zu verschenken“, damit klar ist, dass die Inhalte kostenlos mitgenommen werden dürfen und dass deine Kiste nicht mit illegal entsorgtem Müll verwechselt wird

5. Regelmäßige Kontrolle: Schau ab und zu vorbei, um sicherzustellen, dass keine unerwünschten oder ungeeigneten Gegenstände hinzugelegt werden.

6. Achte darauf, dass niemand beeinträchtigt wird – insbesondere Personen mit Kinderwagen, Rollator oder Ähnlichem.

keine Kiste, Müll?

Weitere Tipps

Wenn du in einem Mehrfamilienhaus wohnst, achte darauf, deine Nachbar:innen nicht zu sehr zu belasten. Es sollte nicht zur Gewohnheit werden, ständig etwas vor die Tür zu stellen. Zudem ist es wichtig, alles wieder wegzuräumen: Hol deine Kiste bei Einbruch der Dunkelheit rein und stelle nichts raus, wenn es regnet. Oft entsteht nach kurzer Zeit Chaos in der Kiste – schau regelmäßig nach und ordne die Gegenstände wieder ansprechend an.

Achte auch darauf, was du verschenkst. Nur gut erhaltene Dinge gehören hinein. Müll sowie Gegenstände, die Kinder oder Jugendliche gefährden könnten, haben dort keinen Platz.

Bestimmte Dinge sollten grundsätzlich nie in Verschenkekisten landen: Problemstoffe wie Farben, Lacke oder giftige Substanzen, ebenso Medikamente, Flüssigkeiten jeglicher Art sowie defekte Elektrogeräte.

Alternativen:

Eine Alternative zur Verschenkekiste könnten Sozialkaufhäuser sein, die soziale Projekte mit ihren Einnahmen unterstützen.

– Spende an ein Sozialkaufhaus oder Second-Hand-Shop

– Bücher in ein öffentliches Bücherregal / einen Bücherschrank stellen

– Ein Verschenkeregal im Stadtteil oder einen Umsonst-Laden nutzen

– Gegenstände online verkaufen oder kostenlos anbieten (quasi die digitale Version der Verschenkekiste)

– Teilnahme an einem Flohmarkt in der Schule oder im Stadtteil

– Nutzung einer „zu verschenken“-Gruppe in sozialen Netzwerken

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