Was bedeutet Verbindung heute wirklich? Nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis. Genau hier setzt das Programm Gesellschaft. Kunst. Politik. im riesa-efau an. 2026 wird dort ein Raum geöffnet, in dem Kunst, politisches Denken und persönliche Erfahrung zusammenkommen. Berührend, körpernah und im Austausch gedacht.

Im Mittelpunkt steht die Ausstellung berühren[d] vom 17. April bis 12. Juli 2026. Sie versteht Denken nicht als abstrakte Übung, sondern als etwas, das zwischen Menschen passiert. Inspiriert von der Idee, dass Denken eine Praxis mit anderen Denkenden ist, entsteht ein sinnlich-politischer Erfahrungsraum, der Nähe zulässt und Widerspruch aushält
Berührung als demokratische Geste
In Zeiten von Vereinzelung, Verhärtung und Dauerkrise wirkt das fast radikal. Berührung wird hier nicht romantisiert, sondern als Haltung verstanden. Als Möglichkeit, Entfremdung etwas entgegenzusetzen. Die Formate schaffen Räume für Resonanz, für respektvollen Streit, für gemeinsames Gestalten.
Dabei bleibt es nicht bei der Ausstellung. Workshops, Reiseseminare und politische Bildungsformate erweitern das Thema über Monate hinweg. Immer geht es um Beziehung, Verantwortung und die Frage, wie wir miteinander Zukunft denken wollen.

Workshops, die Körper und Politik zusammendenken
Ein Beispiel ist Re_Connection. Körper und Emotionen im politischen Handeln. In diesen Transformative-Dance-Workshops wird politisches Engagement mit Körperarbeit verbunden. Es geht um Wut, Angst, Trauer, Grenzen und Regeneration. Kein esoterischer Raum, sondern eine bewusste, reflektierte Praxis mit Tanz, Musik und Austausch.
Daneben stehen Workshops zu gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit und Rassismus, die sich explizit an Menschen richten, die politisch bilden, vermitteln oder sich engagieren wollen. Theorie trifft hier auf konkrete Praxis.
Denken unterwegs: Reiseseminare mit Tiefgang
Besonders spannend sind die philosophischen Reiseseminare. Etwa Zeit zum Denken über Mensch mit Fokus auf Donna Haraway. Ihr Denken begreift den Menschen nicht isoliert, sondern als Teil komplexer Beziehungen. Genau diese Perspektive wird gemeinsam gelesen, diskutiert und auf aktuelle Krisen bezogen.

Oder Zeit zum Denken über Reichtum mit Bezug auf Amartya Sen. Fragen nach Gerechtigkeit, Ungleichheit und Wohlstand werden hier nicht theoretisch abgehandelt, sondern in Beziehung zur eigenen Lebensrealität gesetzt.
Dazu kommen politische Radreisen ins Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien und Reiseseminare zu deutsch-polnischen Migrationsgeschichten. Lernen passiert unterwegs, im Gespräch, im gemeinsamen Erleben.
Gut zu wissen
Die Fördersituation im Bereich Gesellschaft, Kunst und Politik ist angespannt. Umso wichtiger ist es, solche Angebote sichtbar zu machen und zu nutzen. Aktuelle Termine, Details und Anmeldungen finden sich gebündelt auf der Projektseite von riesa-efau.
