am Rande 1

Am Rande des Konzertes letzten Samstag im Musikkeller des Riesa efau, hatten wir die Gelegenheit mit Vertretern der Bands ein kleines Interview zu führen. Diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Thee Wooden Nickels

Markus von Thee Wooden Nickels

Hallo Markus,
mit deiner Band Thee Wooden Nickels spielst du am heutigen Samstag bereits zum dritten Mal im Konzertkeller des riesa efau. Auch solistisch warst du hier schon auf der Bühne. Verbindet dich mit dem Stadtviertel noch mehr als die Musik?

Das Stadtviertel ist ja ein recht Durchwachsenes: End-DDR-Platte, Güterbahnhof, früher viel Leerstand und Ruinen, zwischendrin wenig beschauliche Straßen, die Domäne und ein Krankenhaus…ich mag es. Es ist so untypisch für Dresden. Wenig Elbflorenz und Tünche, dafür irgendwie ehrlich. Ein universeller Ort. Könnte auch ein Viertel von Berlin, Hamburch oder NYC sein…mit etwas Phantasie. Brooklyn hat auch so reizvoll dröge Gebiete. Kippen, Lärm, zotige Sprüche. Naja, es hat sich auch verändert hier. Die krassesten Ruinen sind verschwunden. Geblieben ist das Riesa Efau und nach längerer Schließzeit in den 2000/2010ern(?) auch wieder der Konzertkeller. Ein schöner Ort, eine Art Oase. Bin gern hier.

Eure Musik scheint sich aus Blues und Grunge und punkigem Rock ganz im Allgemeinen zusammenzusetzen. Schreibst du als Sänger und Gitarrist die Songs allein – oder mischen da alle etwas mit?
Die Songs entstehen meist zusammen. Aus dem Jam heraus, manchmal hatte ich schon eine Idee, ein Riff und eine Textzeile, aber in der Regel passiert das im Proberaum. Die Texte schreibe ich dann. Läuft also eher basisdemokratisch

Auch für die Miners aus Freiberg ist es nicht der erste Gig für die GET YOUR HEAD PERFUMED Reihe vom Head Perfume Label im Konzertkeller. Kennt ihr euch als Bands bereits, oder ist es euer erstes Aufeinandertreffen?
Ich kenne die Miners schon. Hab mal solo gespielt vor ihnen. Lustig war, ich hatte so ein halbfertiges Instrumentalstück ‚DANCE OF THE MINERS‘, fand die Idee so charmant: kohlenstaubverschmierte Bergarbeiter tanzen mit steifen Beinen und rundem Rücken in der Stehbierhalle. Bandscheibenblues galore! Aber die Freiberger MINERS haben nicht getanzt. Aber sonst sehr nette Leute!

Wie findest du es ansich als Künstler und Musiker in Dresden? Hast du alles, um dich hier entfalten zu können? Oder doch lieber … Berlin?

Ich mag Berlin, ich komme ursprünglich aus Berlin…aber Dresden ist schon auch gut. Ich habe ein sehr bezahlbares Atelier/Proberaum in relativer Nähe zu meiner Wohnung, die Wege sind kurz…man kennt sich…I LIKE IT SMALL

Nun hast du auch das tolle Cover für den dritten Wildblumenblues Sampler von DJ Cramér beigesteuert. Was ist denn künstlerisch eigentlich dein Hauptmotor? Die Musik oder doch die bildenden Künste?

Also ich möchte auf die Musik keinesfalls verzichten! Laut oder leise ist dabei eigentlich nebensächlich. Grundsätzlich ist es aber ein Hobby! Für mich ist das schwer zu trennen. Ich habe auch das Cover für unsere EP gemacht und auf eine Art illustriert es das, was klanglich in der Plattenrille konserviert ist. Seit einigen Jahren schon schnitze ich eine Art ‚Bigband‘ in Holz, kleine Skulpturen, die wiederum auch meine musikalischen Einflüsse im Gepäck haben. Trotzdem: die Bildende Kunst ist schon noch existenzieller für mich. Berufung sozusagen. Aber solange ich nicht taub, oder meine Finger gichtig werden, werde ich bestimmt auch immer zur Gitarre greifen.

alle Bilder: Rene Seim

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