Heizen mit Fernwärme aus Umweltenergie

Die Landeshauptstadt Dresden und SachsenEnergie nahmen in unserem Stadtteil Dresden-Friedrichstadt ein digital gesteuertes Fernwärmenetz mit einer modularen Großwärmepumpe in Betrieb. Die Anlage nutzt Umweltwärme und speist sie dank intelligenter Steuerung bedarfsgerecht in das Quartier rund um die Behringstraße ein. Jährlich sollen so rund 2.100 Megawattstunden erneuerbare Wärme in das Dresdner Fernwärmenetz geleitet und etwa 273 Tonnen CO₂ eingespart werden, teilen die Stadt Dresden und der Energieversorger mit.

Digitale Daten steuern die Wärmeversorgung

Das Projekt ist Teil des Modellprojekts Smart City Dresden und verbindet erneuerbare Wärmeerzeugung mit digitaler Netzsteuerung. Durch die schrittweise Digitalisierung des nachgelagerten Fernwärmenetzes werden Betriebs- und Verbrauchsdaten erfasst und ausgewertet. Auf dieser Grundlage entsteht ein digitales Abbild des Netzes, das eine präzisere Steuerung der Wärmeversorgung ermöglicht. 

Wärme nur bei Bedarf

Ziel ist es, die Versorgung stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten, Netztemperaturen gezielt abzusenken und den Betrieb insgesamt effizienter zu gestalten. Gleichzeitig liefern die Daten eine Grundlage für Prognosen des künftigen Wärmebedarfs im Quartier. 

Jan Pratzka, Beigeordneter für Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit der Landeshauptstadt Dresden, erklärt: „Die Besonderheit dieses Projekts liegt in der Verbindung von Digitalisierung und erneuerbarer Wärme. Erst durch die intelligente Nutzung von Daten wird eine wirklich bedarfsgerechte und effiziente Steuerung der Wärmeversorgung möglich. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimagerechten Fernwärme in Dresden“. 

Eine Wärmepumpe ist im Grunde eine umgekehrte Heizung: Sie erzeugt keine Wärme durch Verbrennen wie früher Öl- oder Gasheizungen, sondern holt sich vorhandene Wärme aus der Umgebung und macht sie nutzbar für dein Haus.
So funktioniert das Prinzip
Ganz klassisch – und bewährt seit Jahrzehnten:
Sie entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme.
Ein Kältemittel nimmt diese Wärme auf und wird verdampft.
Ein Kompressor verdichtet das Gas → Temperatur steigt stark an.
Die Wärme wird ins Heizsystem abgegeben (Heizung, Warmwasser).
Danach beginnt der Kreislauf von vorn.
👉 Klingt technisch – ist aber nichts anderes als das Prinzip eines Kühlschranks, nur andersherum.

Die modulare Großwärmepumpe wandelt Umweltwärme in Fernwärme um und speist diese in das lokale Netz ein. Damit wird das Wohnquartier an der Behringstraße dezentral versorgt. Ein zusätzlicher Wärmespeicher sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme flexibel und je nach Bedarf genutzt werden kann. Dadurch wird die Wärmeerzeugung vom aktuellen Verbrauch entkoppelt und der Netzbetrieb insgesamt effizienter. Von dem Projekt bemerken die Bewohner dieses Areals nichts in Ihren Wohnungen.  

SachsenEnergie-Vorstand Dr. Axel Cunow betont die Notwendigkeit solcher Projekte auf dem Weg zu einer Dekarbonisierung der Fernwärme: „Nur mit solchen dezentralen Anlagen wie dieser wird es uns gelingen, Schritt für Schritt das Dresdner Fernwärmenetz zu ergrünen. Möglich wird das durch Förderprogramme und starke Partner, die für ein intelligentes Datenmanagement sorgen. Dekarbonisierung und Digitalisierung müssen immer Hand in Hand gehen, um langfristige Effekte zu erzielen. Ich danke der Stadt Dresden für die gute Zusammenarbeit auf diesem klimafreundlichen Weg.“

Modellprojekt mit Vorbildcharakter

Das Projekt hat Modellcharakter und ist auf weitere Quartiere, Netzgebiete und Städte übertragbar. Es unterstützt damit die langfristigen Ziele einer klimaneutralen, effizienten und wirtschaftlichen Wärmeversorgung in Dresden. 

Bildunterschrift: SachsenEnergie-Vorstand Dr. Axel Cunow (li.) und Jan Pratzka (re.), Beigeordneter für Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit der Landeshauptstadt Dresden, vor der neuen Wärmepumpe in der Dresdner Friedrichstadt. Foto: SachsenEnergie

Das Vorhaben ist als Einzelmaßnahme „Sektorkopplung“ Teil des Förderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Mit der Umsetzung wurde die SachsenEnergie AG beauftragt. Die Anlage ging im November 2025 in Betrieb, der Ausbau der digitalen Netzabbildung wurde Ende 2025 abgeschlossen. 

Beitragsfoto: Großwärmepumpe, dahinter Wärmepumpe und Wohnquartier Behringstraße Foto: © LHDDD Diana Petters

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