In den jetzigen Tagen könnte es Ihnen auffallen, dass Menschen mit konzentriertem Blick – oder gar einem Fernglas in die Büsche spähen und Wintervögel zählen.
Diese Menschen nehmen an der deutschlandweiten Aktion Stunde der Wintervögel teil. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) organisiert diese Aktion jedes Jahr.
Ziel ist es, Wintervögel wie Rotkehlchen, Blaumeisen oder Zaunkönige zu zählen.
Mit der Aktion möchte der NABU Erkenntnisse über die Veränderungen der Populationen bestimmter Vogelarten in städtischen und ländlichen Siedlungen gewinnen.
Gleichzeitig verfolgt die Initiative auch einen pädagogischen Ansatz, die Teilnehmenden sollen so ein Bewusstsein für die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung entwickeln und dadurch den Wunsch hegen, sie zu schützen. Der Leitsatz hierbei lautet: „Nur was man kennt, kann man lieben.“
Vorraussetzung dafür ist aber, dass wir die Vögel überhaupt erkennen.

Der Sachkundeunterricht ist für viele von uns schon lange her. Unterscheidungen der einzelnen gefiederten Mitstädter sind also schwierig.
Klar eine Blaumeise von einer Kohlmeise zu unterscheiden, das bekommen wir schon noch hin und auch die Elster ist leicht zu erkennen. Doch wie ist es bein Buntspecht, ein Zilpzalp, ein Erlenzeisig oder gar eine Heckenbraunelle und wie klingen diese Vögel.
Auch hier bietet der NABU Hilfe an. Für Interessierte, gibt er auf seiner Website Unterstützung mit anschaulichen Informationen, Bildern und Hörbeispielen zu den verschiedenen Vogelarten.

Die gesammelten Daten geben den Naturschützerinnen und Naturschützern Aufschluss darüber, wie es um die Bestände häufiger heimischer Vogelarten bestellt ist. Außerdem bringt die Zählung Erkenntnisse über Wintergäste bringen, die aus kälteren Regionen zu uns kommen.
Die Aktion, die noch bis Sonntag andauert, findet bereits zum zwölften Mal statt. Laut Ute Eggers vom NABU haben im vergangenen Jahr fast 240.000 Menschen teilgenommen und dabei mehr als 160.000 Vogelbeobachtungen innerhalb weniger Tage gemeldet.
So wirds gemacht
Einen festen Platz am Fenster, auf dem Balkon, im Garten oder Park suchen und dort eine Stunde lang Vögel beobachten und zählen. Alle denen es draußen zu kalt ist können natürlich auch vom Sofa aus die Vögel an der Futterstelle im Garten oder auf dem Balkon beobachten.
Wichtig ist, dass von jeder Vogelart die höchste Anzahl der Vögel, die während dieser Stunde gleichzeitig zu sehen war notiert wird. Sollte sich zum Beispiel ein Spatz in einer Stunde fünf Mal blicken, bleibt er Trotzdem nur ein Spatz. Sind zum Beispiel zwei Spatzen zum selben Zeitpunkt an einem Futterhäuschen zu sehen und kurz darauf vier Spatzen, dann wird die Anzahl vier gemeldet.
Auch hier bietet der NABU Unterstützung durch eine Zählhilfe zum Download an.
Die Beobachtungen sollen auch dann gemeldet werden, wenn sich nur wenige Vögel zeigen, denn sie geben Hinweise darauf, wo die Bestände zurückgehen.
Die Ergebnisse können per Online-Formular auf der Webseite der „Stunde der Wintervögel“gemeldet werden. Eine Meldung über die kostenlose NABU-App ist bis zum 19. Januar 2026 auch möglich.
Am Ende des Januar will der NABU die Ergebnisse veröffentlichen.
Also genießt das Schneewochenende und zählt Vögel im Garten, im Park oder von Balkon oder Fenster aus.
