Heisser schwarzer Ofen auf vier Rädern

Gerade aus der Straßenbahn gestiegen. Gerade für das „friese-journal“ ein Geschäft besucht um für die geneigten Leser einen Beitrag (https://friese-journal.de/genuss-oase-neben-verkehrsfluss-oder-stau/) zu erstellen. 

Es ist eine Stunde nach High noon: die Hitze am Netto-Markt flirrt. Wenn man die geparkten Einkaufswagen (auf dem Kundenparkplatz, nicht die wilden Verwandten im Viertel) anschaut, scheint es, die Drahtgitter der Körbe tanzen…
Tanzen, nein schieben zwei Männer einen schwarzen BMW-Kombi an mir vorbei und drehen die Augen. Sie schwitzen. Schwitzen sehr. Nicht wegen der Hitze, sondern vom schieben der Karosse. Die bayerische Ingenieurskunst in Blech will nicht anspringen.

Will eigentlich dran vorbei, weil es heiß ist. Über dreißig Grad. Aber mein Gewissen sagt mir mach mit, hilf ihnen
Zu zweit hinten schieben wir den Wagen über den Platz, der Fahrer schiebt mit, springt rein, es ruckelt, nanana gaaanz knapp am Anspringen vorbei. Wir drücken ihn zweimal soweit wir es schaffen zum Ausgang Vorwerkstraße nach oben um das Gefälle für den Schwung rückwärts zu nutzen. Die Blechkarosse ist so heiß, dass wir beiden Anschieber kurz mit den Händen zucken um die Handinnenflächen zu schauen.

Freitag nach eins…

Durch die Daten, die ich von den Fahrzeugpapieren durchgebe wissen Sie, welches Wagen-Modell, Farbe etc. er hat. Ich gebe an, dass ich glaube, er benötigt eine Starthilfe. Beim BMW die Batterie, bei uns die Pumpe. Wir sind immer noch geschafft, aber voller Hoffnung.
Das sich niemand aus der Nähe meldet, lässt meinen ehemaligen linken Heck-Anschieber zur Aussage kommen: „Ist das in Deutschland immer so?“ Ich zucke mit den Schultern und schäme mich, weil ich es nicht entkräften kann.
Dann gehe ich kurz heim. Hatte aus einem russischen Lebensmittel-Geschäft Kekse aus Ihrer Heimat. Brachte ich ihnen was. Noch immer lange keine Stunde um. Ich gehe wieder zurück und versprach dann zu Ihnen zu kommen. 

Zu Hause klingelt es: der BMW-Rettungswagen ist auf dem Netto-Parkplatz. Der mobile Monteur sagt mir, dass kein BMW an der Laderampe steht. Ich frage vorsichtig: „auch nicht Richtung Einkaufswagen oder am Rand des Platzes?“ Nein, sagt der Fahrer. Fazit: der Wagenlenker wurde bei der Hotline gesperrt. Ich vermute, Sie haben einen anderen Dienst erreicht.

Was bleibt? Ich würde wieder helfen. Tat ich auch im vergangenen Jahr: auf dem Weg zur „friese-journal“-Weihnachtsfeier kommen mir zwei Ukrainer auf dem Klinikum-Gelände entgegen. Mitten auf dem Pflaster steht ein Wagen. Umgekehrte Temperatur-Verhältnisse. Ein SUV-ähnlicher Wagen. Also gutes Gewicht.
Diesmal nur vom Platz gerollt und geparkt, da der Wagen auch nicht ansprang…

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