Was Klamottentauschparties sind
„Ein ganzer Schrank voll und nichts zum Anziehen!“ Das Problem kennen viele, vor allem Frauen. Glaubt man der Statistik, wird sogar jedes fünfte Teil gar nicht getragen. Wenn man sich von Kleidungsstücken verabschieden möchte, die einem nicht (mehr) gefallen, schicke neue finden, dabei die Umwelt und den Geldbeutel schonen und sich auch noch gut unterhalten möchte, sind Kleidertauschparties eine gute Wahl.

Man hat zwar schon, seit es Kleidung gibt, diese untereinander getauscht, aber fest organisiert und teils in der Öffentlichkeit präsent sind diese in Deutschland erst seit etwa 10 Jahren. Ausgehend von Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen wie z. B. Greenpeace verbreitete sich die Idee mehr und mehr. Statt bei H&M, Shein oder Temu Kleidung zu kaufen, deren Produktion sich verheerend auf Menschen und Umwelt auswirkt und die meist sehr schnell kaputtgeht, kann man umdenken und Sachen gebraucht tauschen.
Karos Dresdner Initiative
Heute wollen wir euch Karo, die Gründerin von Kleiderliebe Dresden, vorstellen. Sie organisiert seit ein paar Jahren den „Tauschplausch“ und die „große Klamottenparty“, auf denen die Teilnehmer in den modischen Austausch gehen können.
Die Idee wurde an einem regnerischen Tag im Café aha in Dresden geboren, der Start war holprig, da am Anfang alle Freundinnen aus der eigens erstellten WhatsApp-Gruppe austraten. Begonnen wurde dann trozdem mit dem „Tauschplausch“ ohne Eintritt im kleinen, privaten Rahmen. Seit 2021 gibt es große Klamottenparties im Hostel Mondpalast (Dresden-Neustadt).

Interview vom „Tauschplausch“
Wir waren am Samstag Abend auf der kleinen Party hier in der Friedrichstadt und haben Karo interviewt:
F: Eingangsfrage: Wie geht’s Dir heute und wie lief die Party um 13 Uhr?
K: Also mir geht es sehr gut soweit, ich bin ein bisschen aufgeregt, ob auch alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe…und die Party um 13 Uhr lief ganz gut. Es haben drei Personen abgesagt, aber es hat sich noch ein Ersatz gefunden und somit waren wir auch genügend und haben auch noch was gefunden an Klamotten.
F: Ok, also hat sich gelohnt.
K: Ja, es hat sich gelohnt.
F: Schön. Also…Du hast ja zwei verschiedene Partyformate, magst Du erklären, wie die so ablaufen?
K: Ja, also bei der großen Klamottentauschparty bringen die Teilnehmer vorher ihre Klamotten vorbei, die werden dann aufgehängt im Hostel Mondpalast und dann wird getauscht. Das eine ist die große Party, das andere ist die kleine Party. Die Klamottentauschparty ist die große Party, und da sind natürlich viel mehr Teilnehmer dabei. Da sind so um die 50-70 Teilnehmer, auch mal 30, das kommt immer drauf an, und bei den kleinen Parties sind so 5-10 Personen dabei und die sind privat und bei mir zu Hause.
F: Und konntest Du Dir schon so einen festen Kundinnenstamm aufbauen dabei?
K: Ja, z. B. Simone kommt fast jedes Mal, sie ist sehr „tauschwütig“. (lacht) Also, ich hab´ ein paar Kundinnen, die tatsächlich fast jedes Mal dabei sind.
F: Seit wann wohnst Du in der Friedrichstadt und wie gefällt es Dir hier?
K: Ich wohne seit April ´25 in der Friedrichstadt, hatte aber auch zwischenzeitlich schon mal früher hier gewohnt und mir gefällt es gut – es gibt genügend Einkaufsmöglichkeiten, es ist schön, ich fühle mich wohl, die Nachbarn sind nett…
F: Mhm! Also ein lebenswertes Umfeld…
K: Richtig!
F: Und die letzte Frage: Sind bei den Parties in der Mora Bar auch männliche Teilnehmer dabei?
K: Also bis jetzt noch nicht, denn die Zielgruppe sind eigentlich Frauen, einfach mit dem Hintergrund, dass die eher so sind, dass sie noch eine Freundin mitbringen, aber ansonsten sind Männer natürlich auch eine Zielgruppe, die ich gerne erschließen würde zukünftig…und da einfach mal gucken, wie es läuft!
F: Ja, vielen Dank für das Interview.
K: Gerne!
Eindrücke von der Party

Wie die Verfasserin bestätigen kann, war die Atmosphäre auf der Behringstraße sehr gelöst, empathisch und freundschaftlich. Jede brachte etwas zu Essen und zu Trinken und natürlich die Kleidung und Schuhe mit…abwechselnd wurde vor dem Spiegel im Flur anprobiert und heiter hin und her getauscht.
Bald schwirrten fröhliche Tipps und Bemerkungen durch den Raum: „Probier´ das doch mal an!“, „Ja das ist schick, das ist ein echtes Partyteil!“, „Ich liebe Grau…das kann man einfach super kombinieren!“
Die eine oder andere lernte man auch besser kennen und es schlossen sich gute Gespräche z. B. übers Arbeiten, DDR-Geschichte und ganz allgemein Lebenswege und -perspektiven an.
Das nächste große Event, mehr Infos & Kontakt
Die nächste große Klamottenparty findet am 21. Februar im Hostel Mondpalast (Louisenstraße 77) statt. Tickets sind für 7,50 € auf Karos informativer Internetseite zu bekommen (inkl. ein Freigetränk & Spende der Kleidung nach der Party an eine gemeinnützige Organisation), hier geht es zu Karos Instagram-Account.

