Die Dresdner Musikszene erlebt eine echte Sensation: Die Hochschule für Musik Dresden bringt Udo Zimmermanns frühe Oper „Die weiße Rose“ aus dem Jahr 1967 erstmals wieder in der Originalfassung auf die Bühne. Dieses Werk, das als Diplomarbeit des Komponisten entstand, rückt die Widerstandsgruppe um Hans und Sophie Scholl ins Zentrum – und bleibt auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erschreckend aktuell.

Ein vergessener Schatz kehrt zurück
Zimmermann, einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts, war eng mit der Dresdner Musikhochschule verbunden. Hier studierte er, lehrte und wurde schließlich Professor. Seine Kammeroper „Weiße Rose“ von 1986 ist international bekannt, doch die ursprüngliche Fassung von 1967 geriet in Vergessenheit – bis jetzt. Die Opernklasse der Hochschule für Musik Dresden bringt sie nun zurück auf die Bühne, mit Premieren am 12. und 13. April 2025 im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.
Premiere Udo Zimmermann „Die weiße Rose“ (Fassung: 1967)
12.04.25, Samstag, 19:30 & 13.04.25, Sonntag, 19:00
Kleines Haus 1 des Staatsschauspiels Dresden, Glacisstraße 28, Dresden
28 € | 25 € | erm. ab 12,50 € | Karten erhältlich im Schauspielhaus (Mo-Fr 10:00–18:30, Sa 12:00–18:30), im Kleinen Haus (Mo-Fr 15:00–18:30), unter T 0351 4913 555, online oder an der Abendkasse
Weitere Vorstellungen: 17.04.25/19:30, 25.04.25/19:30, 29.04.25/11:00, 09.05.25/19:30, 12.05.25/11:00, 22.05.25/19:30
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Modernes Musiktheater trifft historische Tiefe
Das rund 80-minütige Werk verbindet realistische Szenen über den Widerstand mit reflektierenden Passagen der Geschwister Scholl in der Todeszelle. Neu ist eine musikalische Erweiterung: Die südkoreanische Kompositionsstudentin Jiyoung Yoo hat für die Inszenierung einen Kammerchor komponiert, der Texte aus Originalflugblättern der Widerstandsgruppe vertont.

Die Oper ist eine Koproduktion der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem Staatsschauspiel Dresden. Studierende gestalten Bühnenbild, Kostüme und Masken – eine Zusammenarbeit, die bis 1969 zurückreicht.
Wissenschaftlicher Blick auf ein selten gespieltes Werk
Begleitend zur Premiere findet am 12. April ein Symposium statt, das biografische, ästhetische und politische Aspekte von Zimmermanns Debütoper beleuchtet. Mit dabei sind renommierte Musikwissenschaftler und Historiker, die das Werk in einen größeren Kontext stellen.
Ein beeindruckendes Theatererlebnis, das historische Ereignisse auf faszinierende Weise mit Musik verbindet – und dabei die Frage nach der Pflicht zum Widerstand in den Mittelpunkt rückt.
Udo Zimmermanns Debütoper ‚Die weiße Rose‘. Von der Vielschichtigkeit musikalischen Erinnerns
Symposium
12.04.2025, Samstag, 14:00
Kleiner Saal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13
Eintritt frei
Mitwirkende: Dr. Wolfgang Mende (Leitung), Prof. Matthias Herrmann (Dresden), Jens Schubbe (Berlin), Dr. Claudia Böttcher (Hannah-Arendt-Institut Dresden)
Aktuelle Informationen
Hintergrundinformationen zu Udo Zimmermann und der Geschichte des Stücks