Was bleibt von der Geschichte der Großeltern? Und wie spricht man darüber, wenn die eine Familie Täter hervorbrachte und die andere Angehörige im Holocaust verlor? Die Musikerinnen Katja Johanning und Pamela Monkobodzky stellen sich ihrem unterschiedlichen familiären Erbe. Daraus entstand das Projekt Women4hope, das am Samstag, dem 7. November, in der Volkshochschule an der Annenstraße gastiert.

Eine Begegnung mit Folgen
Die beiden Blockflötistinnen begegneten sich 2024 in Buenos Aires. Im Gespräch entdeckten sie, wie unterschiedlich die nationalsozialistische Vergangenheit ihre Familien geprägt hatte.
Johannings Familie stammt aus Oberschlesien. Ihr Großvater hatte eine nationalsozialistische Vergangenheit. Monkobodzkys jüdische Familie stammt aus der Nähe von Warschau und verlor einen Großteil ihrer Angehörigen im Konzentrationslager Auschwitz. So beschreibt die Stadt Zwickau die Hintergründe des Projekts in ihrer Konzertankündigung.
Johanning und Monkobodzky beschlossen, diese Geschichten gemeinsam künstlerisch aufzugreifen. Mit Women4hope setzen sie sich mit dem Erbe von Tätern und Opfern auseinander, ohne darüber zu schweigen.
Fünf Künstlerinnen erzählen
In Dresden stehen fünf Frauen auf der Bühne. Katja Johanning aus Freiberg und Pamela Monkobodzky aus Buenos Aires spielen Blockflöte. Martina Morasso aus Freiberg und Laura Peña aus Buenos Aires übernehmen den Tanz, Walburga Walde den Gesang.
Das Ensemble verbindet Musik von der Renaissance bis zur Moderne mit historischen Dokumenten, Videoprojektionen, szenischen Elementen und Improvisation. Die Familiengeschichten bilden den Ausgangspunkt für ein Konzert, das Klang, Bilder und Bewegung zusammenführt. Die VHS versteht das Projekt zugleich als Einladung, über die eigene Vergangenheit und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken.
Für Menschen, die sich für Familiengeschichte und Erinnerungskultur interessieren, bietet der Nachmittag deshalb einen besonderen Zugang. Auch wer Musik und Tanz gern im Zusammenspiel erlebt, sollte sich das Programm näher ansehen. Die Künstlerinnen nähern sich einem schwierigen Thema mit verschiedenen Ausdrucksmitteln und aus ihren persönlichen Familiengeschichten heraus.
Unser Tipp
Nehmt euch am 7. November 2026 von 15.30 bis 17 Uhr Zeit für „Women4hope, Kunst bricht Schweigen“. Das szenische Konzert findet in der Volkshochschule Dresden, Annenstraße 10, 01067 Dresden, statt. Der Eintritt ist frei.
Die VHS bietet auf ihrer Veranstaltungsseite eine Buchungsmöglichkeit unter der Kursnummer 26H2251 an.
