Mikrobenjob

Ein notwendiger und biologischer Frühjahrsputz fürs Grundwasser entpuppt sich als idealer Mikrobenjob.

Auf der Rosenstraße 77 startet Dresden ein ziemlich cooles Experiment: Winzige Mikroorganismen sollen das dortige Grundwasser sauberzaubern. Bis Ende 2027 will die Stadt das Areal komplett schadstofffrei haben, um dort eine schicke neue Grünfläche hochzuziehen.

Das Problem: Ein fieses Erbe aus der Vergangenheit

Früher war auf dem Gelände ein Chemiehandel. Die Bilanz nach Jahrzehnten Industriebetrieb: Der Boden und das Grundwasser sind tief unten mit giftigen Lösungsmitteln (sogenannten LHKW) verseucht. Seit 20 Jahren filtert eine Reinigungsanlage dort mühsam das Wasser – ein Fass ohne Boden, das ewig laufen müsste und massenhaft Geld kostet.

Die Lösung: Ein Schlemmerparadies für Bakterien!

Statt tonnenweise Erde mit Baggern auszuheben, setzt das Umweltamt nun auf die Natur. Das Ganze läuft in zwei Schritten ab:

  1. Vorbereitung (läuft seit Oktober 2026): Damit sich die nützlichen Mini-Helfer wohlfühlen, brauchen sie eine Umgebung ohne Sauerstoff. Deshalb pumpen Experten aktuell mit langen Lanzen ein Gemisch aus Eisengranulat und Nährstoffen 8 bis 15 Meter tief in die Erde. Das dauert etwa vier Monate.
  2. Die Party steigt im Frühjahr 2027: Sobald die Bedingungen perfekt sind, werden die speziellen Mikroorganismen ausgesetzt. Die machen dann genau das, was sie am besten können: Sie verputzen die giftigen Chemikalien und bauen sie komplett ab.
Die Baustelle in gutem Licht

Warum das Verfahren genial ist:

  • Schont die Umwelt: Der Boden bleibt, wo er ist. Kein Lärm, kein Gestank und keine Kolonnen von LKWs, die Dreck durch die Stadt karren.
  • Schont den Geldbeutel: Die Methode ist deutlich günstiger als ein kompletter Bodenaustausch.
  • Teurer Spaß, der sich lohnt: Das Projekt kostet insgesamt rund 6,5 Millionen Euro. Das Beste daran: Die EU und das Land Sachsen schießen über Fördergelder (EFRE) fette 4,8 Millionen Euro dazu.

Wenn alles glattläuft, haben die Bakterien bis Herbst 2027 den Großteil der Arbeit erledigt, und die alte, teure Filteranlage kann endlich in den Ruhestand geschickt werden!

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