Jüdische Chormusik, die wir viel zu selten hören

Wann hast du zuletzt Musik gehört, die vor Jahrhunderten für den jüdischen Gottesdienst komponiert wurde? In der Matthäuskirche in Dresden-Friedrichstadt gibt es am 25. Oktober Gelegenheit, eine weitgehend unbekannte musikalische Tradition kennenzulernen.

Jüdische Chormusik in der Matthäuskirche Dresden

„… dass man auf Erden erkenne seinen Weg“

Die Matthäuskirche öffnet am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, ihre Türen für ein besonderes Konzert. Der Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden singt Werke jüdischer Komponisten, die ursprünglich für den Synagogengottesdienst entstanden sind. Viele dieser Kompositionen dürften selbst regelmäßigen Konzertbesuchern kaum bekannt sein.

Das Programm führt durch mehrere Jahrhunderte jüdischer Musikgeschichte. Den Anfang macht der italienische Komponist Salamone Rossi, der bereits im frühen 17. Jahrhundert Musik für den jüdischen Gottesdienst schrieb. Anschließend widmet sich der Chor der Romantik mit Werken von Samuel Jadassohn und Louis Lewandowski. Auch zeitgenössische Kompositionen aus Israel und den USA stehen auf dem Programm.

Ein besonderes Stück haben die Musiker ebenfalls ausgewählt. Bei der Motette „Mismor lesodoh“ von Samuel Naumbourg begleiten Harfe und Orgel die Solisten und den Chor. Eine Besetzung, die man nicht jeden Sonntag zu hören bekommt.

Jüdische Musik in einer christlichen Kirche

Das Konzert gehört zum sächsischen Themenjahr „Tacheles“, das 2026 die jüdische Kultur in den Mittelpunkt rückt. Der Chor der Hochschule für Kirchenmusik möchte damit Musik hörbar machen, die im heutigen christlichen und kulturellen Leben kaum noch präsent ist.

Professor Stephan Lennig und Studierende übernehmen die musikalische Leitung. Weitere Studierende spielen die Orgel.

Für wen lohnt sich das Konzert?

Wer Chormusik mag, wird hier einiges entdecken. Besonders interessant ist der Abend für Menschen, die sich für jüdische Kultur, Musikgeschichte und ungewöhnliche Konzertprogramme interessieren. Auch wer sonst eher selten Kirchenkonzerte besucht, kann sich auf diese musikalische Entdeckungsreise einlassen.

Unser Tipp: Wer am Sonntagnachmittag einen Spaziergang durch die Nachbarschaft plant, kann ihn mit einem Konzertbesuch in der Matthäuskirche verbinden. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter bitten um eine Kollekte.

Konzert in der Matthäuskirche

Was: „… dass man auf Erden erkenne seinen Weg“, Konzert mit synagogaler Chormusik

Wann: Sonntag, 25. Oktober 2026, 17 Uhr

Wo: Matthäuskirche, Friedrichstraße 43, 01067 Dresden

Mitwirkende: Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, Prof. Stephan Lennig und Studierende

Eintritt: frei, Kollekte erbeten

Weitere Informationen: Hochschule für Kirchenmusik Dresden

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