Mit Virtual Reality erwachen historische Marionetten zum Leben.
Eine historische Marionettenbühne, ein Gasthaus aus den 1950er-Jahren und Puppen, die man selbst zum Leben erwecken kann. Die Puppentheatersammlung im Kraftwerk Mitte probiert etwas Neues aus. Bei „Bühne ohne Grenzen“ verschwimmen die Grenzen zwischen echten Ausstellungsstücken und virtuellen Welten. Der Eintritt ist frei.

Im Kraftwerk Mitte übernehmen die Besucher
Eine Marionette hängt an ihren Fäden. Normalerweise braucht es einen Puppenspieler, damit sie sich bewegt. Im Kraftwerk Mitte dürfen Besucher nun selbst ausprobieren, wie das funktioniert. Allerdings nicht an den Fäden einer historischen Puppe, sondern in einer virtuellen Welt.
Die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden lädt mit ihrem Projekt „Bühne ohne Grenzen“ zu einem ungewöhnlichen Museumsbesuch ein. Statt nur auf Ausstellungsstücke zu schauen, können die Gäste mit ihnen experimentieren. Historische Objekte und digitale Bilder verschmelzen dabei zu einem gemeinsamen Erlebnisraum.

Ein Gasthaus wird zur Bühne
Im Mittelpunkt steht eine historische Marionettenbühne der Schaustellerfamilie Ritscher. Die Familie zog mit ihrem Puppentheater umher und brachte Geschichten dorthin, wo sich die Menschen trafen.
Die Ausstellung versetzt ihre Besucher in die Atmosphäre eines Gasthauses der 1950er-Jahre. Damals gehörten solche Orte zum Alltag des reisenden Puppentheaters.
Wie baut man eine Marionette auf? Wie bringt man sie dazu, zu laufen, zu gestikulieren oder eine Geschichte zu erzählen? Und wie funktionierte ein Theater, das ständig unterwegs war?
Genau diesen Fragen können Besucher nachgehen. Die historische Bühne bleibt dabei erhalten, während digitale Technik zeigt, was die alten Figuren einst konnten. Mit einer sogenannten Mixed-Reality-Anwendung lassen sich virtuelle Marionetten sogar selbst bewegen.
Das Museum bittet zum Experiment
Hinter der Idee steckt das Forschungsprojekt ANIMA, an dem die Technische Universität Dresden mit ihrem Immersive Experience Lab und weitere Partner arbeiten.
Die Forscher beschäftigt ein Problem, das viele Museen kennen. Sie sammeln und bewahren historische Gegenstände auf, doch gerade bei beweglichen Objekten geht damit oft etwas Entscheidendes verloren. Eine Marionette im Schaukasten zeigt schließlich kaum, was sie auf einer Bühne alles konnte.
Die Dresdner wollen deshalb herausfinden, wie digitale Technik die ursprüngliche Funktion solcher Objekte wieder sichtbar und erlebbar machen kann.
Dafür testen sie ihre Anwendung mit echten Museumsbesuchern. Kleine Gruppen erkunden den Erlebnisraum gemeinsam, probieren die Technik aus und können anschließend ihre Erfahrungen zurückmelden. Diese Rückmeldungen fließen in die weitere Entwicklung ein.
Wer hier mitmacht, besucht also keine fertige Dauerausstellung, sondern erlebt ein Museum, das gerade etwas Neues ausprobiert.
Für wen lohnt sich der Besuch?
Du musst weder Puppentheaterfan sein noch dich mit Virtual Reality auskennen. Das Experiment spricht vor allem Menschen an, die gern selbst etwas ausprobieren und sich für Technik, Kultur oder Geschichte interessieren.
Jugendliche, die digitale Welten mögen, können entdecken, dass historische Theaterfiguren mehr draufhaben als still im Museum zu stehen. Erwachsene erleben, wie Unterhaltung vor der Zeit von Fernsehen und Internet funktionierte. Und wer sich für Museen der Zukunft interessiert, kann beobachten, wie sich eine Sammlung mit neuen Technologien verändert.
Besonders spannend ist der gemeinsame Besuch mit Freunden oder älteren Kindern, denn die Anwendung wurde für kleine Gruppen entwickelt. Die Veranstalter empfehlen die Teilnahme ab zwölf Jahren.
Kostenlos ausprobieren im Kraftwerk Mitte
Die Puppentheatersammlung bietet das Experiment donnerstags im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung an. Der Eintritt ist kostenlos. Wer sicher einen Platz bekommen möchte, reserviert vorher ein Zeitfenster. Spontane Besucher können vor Ort nach freien Plätzen fragen.
Die nächsten ausgewählten Termine 2026
- Donnerstag, 22. Oktober, 14 Uhr
- Donnerstag, 29. Oktober, 14 Uhr
- Donnerstag, 5. November, 14 Uhr
- Donnerstag, 3. Dezember, 14 Uhr
- Donnerstag, 10. Dezember, 14 Uhr
- Donnerstag, 17. Dezember, 14 Uhr
Ort: Puppentheatersammlung, Kraftwerk Mitte 12, Dresden-Friedrichstadt
Eintritt: kostenlos
Alter: empfohlen ab zwölf Jahren
Anmeldung: Reservierung empfohlen, spontane Teilnahme bei freien Plätzen möglich
Buchung: Kostenloses Zeitfenster im Webshop der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden reservieren
Wer also schon immer einmal die Fäden selbst in die Hand nehmen wollte, kann das im Kraftwerk Mitte ausprobieren. Hier muss dafür nicht einmal eine echte Marionette tanzen.
