275 Jahre Dresdner Hofkirche: Wer wissen möchte, was unter dem prächtigen Barockbau am Schlossplatz verborgen liegt, sollte einen Blick in die Gruft der Wettiner werfen. Zwischen königlichen Sarkophagen, Familiengeschichten und dem Herzen August des Starken gibt es einiges zu entdecken. Am 31. Oktober bietet sich sogar die Gelegenheit zu einem ungewöhnlichen Halloween-Ausflug.

Wer die Dresdner Hofkirche am Schlossplatz betritt, bewundert meist zuerst den prächtigen Innenraum, die Kanzel von Balthasar Permoser oder die berühmte Silbermannorgel. Doch ein besonderer Teil der sächsischen Geschichte liegt unter den Füßen der Besucher. In der Gruft ruhen Mitglieder des Herrscherhauses Wettin, darunter sächsische Kurfürsten, Könige und ihre Angehörigen.
2026 feiert die Katholische Hofkirche ihren 275. Geburtstag. Der italienische Architekt Gaetano Chiaveri entwarf den monumentalen Barockbau, der 1751 geweiht wurde. Seit 1980 ist die ehemalige Hofkirche die Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen.
August der Starke ließ sein Herz in Dresden
Eine der ungewöhnlichsten Geschichten der Gruft betrifft August den Starken. Der sächsische Kurfürst und polnische König starb 1733 in Warschau. Sein Körper wurde in Krakau beigesetzt, sein Herz dagegen kam nach Dresden.
Es wird bis heute in einer Kapsel in der Gruft der Hofkirche aufbewahrt. Wer also behauptet, August der Starke habe sein Herz in Dresden gelassen, liegt ausnahmsweise nicht nur bildlich richtig.
Könige, Prinzessinnen und sächsische Familiengeschichte
Die Gruft ist weit mehr als eine Sammlung kunstvoller Särge. Hier fanden vier Kurfürsten, sieben sächsische Könige sowie zahlreiche Angehörige des Hauses Wettin ihre letzte Ruhestätte.
Hinter den Namen auf den Sarkophagen verbergen sich Geschichten von Macht und politischen Entscheidungen, aber auch von familiären Konflikten, ungewöhnlichen Lebenswegen und persönlichen Schicksalen.
Zu den Bestatteten gehören Friedrich August II., der als August III. auch König von Polen war und den Bau der Hofkirche in Auftrag gab, sowie seine Gemahlin Maria Josepha. Auch die Bischöfe des Bistums Dresden-Meißen haben unter der Kirche ihre eigene Begräbnisstätte
Halloween einmal anders
Wer sich am 31. Oktober auf Halloween einstimmen möchte, braucht dafür kein Kostüm. Eine Führung durch die Gruft der Wettiner bietet eine Begegnung mit echten Särgen und historischen Schicksalen.
Die öffentlichen Rundgänge durch Kirche und Gruft dauern etwa 45 Minuten. Eine Anmeldung ist für Einzelbesucher und Kleingruppen nicht erforderlich.

Wann kann man die Gruft besuchen?
Die nächsten öffentlichen Führungen durch Kirche und Gruft finden an folgenden Tagen statt.
- Donnerstag, 15. Oktober, 14 Uhr
- Freitag, 16. Oktober, 14 Uhr
- Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr
- Sonntag, 18. Oktober, 13 Uhr
- Montag, 19. Oktober, 14 Uhr
- Dienstag, 20. Oktober, 14 Uhr
- Samstag, 31. Oktober, 13 Uhr
Ort: Katholische Hofkirche, Schlossplatz Dresden
Weitere Informationen und alle Termine veröffentlicht das Bistum Dresden-Meißen.
