Kolonialgeschichte klingt erstmal weit weg. Andere Länder. Andere Zeiten. Und doch steckt sie mitten in unserer Stadt. In Straßennamen, Bildern, Denkmustern. Genau hier setzt das zweitägige Event NoHate – Reclaim. Empower. Celebrate. an, das am 26. und 27. Februar 2026 in Dresden stattfindet.

Für dich ist das keine abstrakte Konferenz, sondern eine Einladung, deine Stadt bewusster wahrzunehmen, dich einzumischen und Menschen aus der Nachbarschaft und darüber hinaus zu treffen

Warum das gerade für Friedrichstadt spannend ist
Friedrichstadt ist ein Stadtteil im Wandel. Unterschiedliche Biografien, Sprachen, Lebensrealitäten treffen hier täglich aufeinander. Genau darum geht es bei From Colonial Past to Inclusive Future:
Wer erzählt Stadtgeschichte?
Wessen Perspektiven fehlen?
Und wie können wir Räume schaffen, in denen sich mehr Menschen gesehen fühlen?
Das Event bringt Themen auf den Tisch, die auch unseren Alltag hier betreffen – Zugehörigkeit, Erinnerung, Macht und Teilhabe. Ohne erhobenen Zeigefinger. Dafür mit Austausch, Bewegung und Kreativität.

Tag 1 – Gemeinsam unterwegs und im Gespräch
Urban Decolonisation Walk durch Dresden
Los geht es am Donnerstag, 26. Februar, mit einem Stadtrundgang ab dem Jorge-Gomondai-Platz.
Der Walk schaut genau hin: auf Orte, an denen koloniale Spuren sichtbar sind – oder bewusst unsichtbar gemacht wurden. Du läufst mit anderen durch die Stadt, hörst Geschichten, stellst Fragen und merkst schnell, wie politisch öffentlicher Raum eigentlich ist.
Kein Vortrag, sondern ein gemeinsames Nachdenken. Ideal, wenn du Dresden besser verstehen willst – auch jenseits der bekannten Erzählungen.
Konferenz zum Mitreden statt Zuhören
Am frühen Abend geht es weiter in der Blaue Fabrik. Die Konferenz trägt den Titel
The City is not neutral – whose city, whose story?
Hier gibt es keine Frontalbeschallung, sondern offene Gesprächsrunden, Diskussionen und sogenannte Country Corners. Dort teilen Initiativen aus Italien, Belgien, Spanien und Deutschland ihre Erfahrungen mit Stadt, Erinnerung und Dekolonisierung. Praktisch, greifbar, nahbar.
Snacks, Getränke und Zeit zum Vernetzen gehören dazu.

Musik mit Haltung
Abends wird es laut und klar: Die Banda Comunale spielt ein Konzert unter dem Motto Reclaiming Urban Spaces.
Die Band steht seit Jahren für eine offene Stadtgesellschaft und positioniert sich deutlich gegen Rassismus. Wer tagsüber beim Rundgang oder bei der Konferenz war, kommt kostenlos rein. Besser lässt sich ein intensiver Tag kaum abschließen.
Tag 2 – Selbst kreativ werden
Zines statt langer Texte
Am Freitag, 27. Februar, geht es in die KulturCentrale.
Im Zine-Workshop gestaltest du eigene kleine Hefte – mit Texten, Collagen, Zeichnungen oder Bildern. Es geht darum, urbane Geschichten neu zu erzählen. Deine Sichtweise und Erfahrungen zu sehen und deine Fragen zu stellen.
Du brauchst keine Vorkenntnisse. Nur Lust, etwas auszuprobieren.
Filme, die nachwirken
Am Abend laufen zwei Dokumentarfilme, die sich kritisch mit Kolonialgeschichte und Erinnerung in Europa beschäftigen. Danach wird gemeinsam diskutiert. Offen, respektvoll, auf Augenhöhe.
Wer dahintersteht
Organisiert wird das Ganze vom Jugend- & Kulturprojekt e.V. im Rahmen des europäischen Projekts UDEW – Urban Decolonisation Walks in the EU. Ziel ist es, besonders jungen Menschen, Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte Räume zu geben, um Stadt aktiv mitzugestalten.
Warum hingehen
Weil du hier nicht Konsument:in bist, sondern Teil des Ganzen. Und weil es gut tut, die eigene Stadt mit neuen Augen zu sehen, gemeinsam mit anderen.
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.
Offen für alle.
Und näher an deinem Alltag, als du vielleicht denkst.
