Zum Start ins neue Jahr nimmt uns der Monatskalender vom Friese-Journal mit in die Adlergasse. Eine Straße, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber auf der die Gentrifizierung des Stadtviertels sichtbar wird. Die Hausnummern reichen heute von der 1 bis zur 21. Sie misst gerade einmal 250 Meter. Höchste Zeit, mal genauer hinzuschauen.

Wie die Adlergasse zu ihrem Namen kam
Wer heute durch die Adlergasse schlendert, ahnt kaum, dass hier schon 1725 die ersten Häuser standen. Damals hieß das Sträßchen noch schlicht „Neue Gasse“. Sie wurde planmäßig angelegt, mitten in der wachsenden Vorstadt. Erst 1840 bekam sie ihren heutigen Namen, inspiriert vom Gasthof „Zum Schwarzen Adler“, der gleich um die Ecke an der Schäferstraße stand. Mit der Eingemeindung der Friedrichstadt im Jahr 1835 wurde die Gasse offiziell Teil von Dresden.
Das Auf und Ab der Adlergasse
Lange war die Adlergasse eine Straße der kleinen Leute. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert reihten sich hier schlichte, zweigeschossige Häuser aneinander – gebaut für Handwerker, Arbeiterfamilien und Tagelöhner. Auch Max Kegel, später sozialdemokratischer Verleger und Satiriker, wurde 1850 hier geboren. Seine Wurzeln lagen genau dort, wo Dresden rau und ehrlich war.
Kegel wurde später ein bekannter sozialdemokratischer Verleger und Dichter und entstammte einer einfachen Familie. 1879 war er Herausgeber der „Dresdner Abendzeitung“ und des Satireblattes „Hiddigeigei“.


Zwischen Arbeiterwohnungen und Verfall
Mit der Industrialisierung kam der Bauboom. Zwischen 1860 und 1900 schossen Mietshäuser aus dem Boden. Einige davon stehen heute unter Denkmalschutz. Doch der Wohlstand hielt sich in Grenzen. Viele Wohnungen hatten kein eigenes Bad, was 1903 zur Eröffnung des ersten städtischen Volksbads an der nahen Vorwerkstraße führte.

Dann kamen Krieg und Stillstand. Etwa ein Drittel der Häuser (Nr. 4, 6, 7, 8, 12, 15, 17, 19 und 21) wurde durch Luftangriffe zerstört. Weitere Häuser (Nr. 18, 20, 22 und 24) wurden um 1960 abgebrochen. Nach 1945 lag vieles in Trümmern, in der DDR-Zeit verfiel die Straße weiter. Die Planung von 1972 sah den Abriß aller Gebäude vor und es sollten 6-geschossige Wohnblocks, wie an der Schäferstraße gebaut werden. Die Gebäude Nr. 26 und 28 aus dem 18. Jahrhundert fraß der Abrissbagger 1989. Erst ab den 2010ern kehrten die Baukräne zum Hausbau zurück.
An der Ecke Seminarstraße entstand 2020 ein Neubau mit 58 Wohnungen. 2023 folgte an der Adlergasse 21 der Neubau eines Hotels, der das Grundstück der alten Ölmühle an der Weißeritzstraße einnahm. Die Adlergasse ist in den Fokus von Investoren gerückt und die Brachen an der Gasse wecken Begehrlichkeiten.
Heute präsentiert sich die Adlergasse teils mit sanierten Altbauten des 19. Jahrhunderts und teils mit modernen Wohnbauten.
Von Seife, Subventionen und späterem Stillstand
Für viele Bewohner:innen der Adlergasse wurde es 1964 ein kleines bisschen luxuriöser. An der Ecke Seminarstraße eröffnete nach zwei Jahren Bauzeit das neue Volksbad Friedrichstadt. Der Bedarf war riesig. Viele Altbauwohnungen hatten immer noch kein eigenes Bad. Ursprünglich sollte das Bad auf dem Grundstück Adlergasse 4/6 entstehen, doch am Ende wählte die Stadt das kriegszerstörte Areal Seminarstraße 2.
Die Architektin Sibylle Kriesche vom VEB Hochbauprojektierung Dresden plante einen Bau, der mit 19 Wannenbädern, 14 Duschen und sogar fest installierten Föhnanlagen ausgestattet war. Für DDR-Verhältnisse fast futuristisch. Und das alles zu Preisen, die sich jede:r leisten konnte: 35 Pfennig für ein Bad, 15 für eine Dusche. Dass das nur mit kräftiger staatlicher Subvention funktionierte, interessierte niemanden. Hauptsache warmes Wasser, Hygiene und ein bisschen Komfort.
Doch die Zeit blieb nicht stehen. In den 1990er Jahren war das Bad technisch überholt, der Sanierungsstau zu groß. Es wurde geschlossen, stand leer und wurde schließlich 2005 endgültig abgerissen. Doch die entstandene Brache wurde rasch neu entwickelt von der Mobilen Arbeit Friedrichstadt. Jetzt tobten Kinder und Jugendliche über die Wiese.
Im ewigen Kampf zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik zog die Jugendarbeit im Stadtviertel den Kürzeren.

Die VENTAR Immobilien AG errichtete 2018 bis 2020 auf dem Grundstück ein modernes Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage. Schön grau, klare Linien, vier Geschosse, großzügige Terrassen. Wo früher der Duft von Seife durch das Volksbad zog, wohnen heute Familien in einem Neubau, der städtebaulich an den alten Blockrand anschließt.
Gewerbliche Nutzungen im Wandel der Zeit
Gewerbe und Unternehmen spielten in der Adlergasse zu verschiedenen Zeiten eine wichtige Rolle. Bereits der Namensgeber, das Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“, verweist auf eine historische Gastwirtschaft in unmittelbarer Nähe an der Ecke Schäferstraße.
Im 19. Jahrhundert entstanden weitere Gaststätten und Läden. Die Gaststätte „Stadt Riesa“ wurde erstmals im Jahr 1888 als Schankwirtschaft offiziell erwähnt.
„Stadt Riesa“ – wo sich Kutscher, Gäste und Geschichten treffen
Früher hielten hier die Kutscher. Händler sammelten ihre Reisenden ein. Vielleicht auch den einen oder anderen Schnaps, bevor es raus aus der Stadt ging, Richtung Riesa. Schon 1888 taucht der Name der Schankwirtschaft „Stadt Riesa“ erstmals offiziell auf. Nach einer Schließung in den 1980er Jahren und der Nutzung als Künstlerhaus wurde die Gaststätte im Jahr 1990 als Teil des Kulturforums „riesa efau“ wiedereröffnet. Seitdem hat sich viel getan. Geblieben ist das Gefühl, hier richtig zu sein.


Heute ist die „Stadt Riesa“ vieles: Stammkneipe, zweites Wohnzimmer, Wohlfühloase. Vom frisch eingeschulten Weltentdecker bis zum emeritierten Professor, hier triffst du alle. Meistens ist es hier laut, selten leise, manchmal singen die Dresdner Bergfinken und verlängern ihre Probe.
Seit der Wiedereröffnung der Kneipe sind die Knoblauchspaghetti auf der Karte. Gekocht wird frisch und mit Liebe, die Karte wechselt täglich. Auch für Vegetarier:innen und Veganer:innen ist immer was dabei. Die Kneipe ist sehr beliebt im Viertel. Reservieren? Gibt’s nicht. Ist der Laden voll, setzt du dich mit anderen an den Tisch. So kommt man ins Gespräch und findet neue Freundschaften beim Warten.
Armaturenfabrik Buschbeck & Hebenstreit
Mit der Industrialisierung siedelten sich auch kleinere Fabrikbetriebe an. Um 1900 hatte die Armaturenfabrik Buschbeck & Hebenstreit eine Niederlassung in der Adlergasse 26, nicht weit vom Industriezentrum Dresden-Löbtau entfernt. Das Büro und Lager in der Friedrichstadt waren so etwas wie der urbane Arm des aufstrebenden Technikbetriebs.
Gegründet 1874 von Hermann Adolph Buschbeck und Friedrich Emil Hebenstreit, entwickelte sich das Unternehmen rasch zu einem der wichtigsten sächsischen Hersteller von Metallarmaturen. Ihre Spezialität waren robuste Lösungen für Heizungs-, Dampf-, Wasser- und Gasleitungen – darunter auch pfiffige Rohr-Ventil-Kombis für Badeeinrichtungen, bereits 1881 patentiert.
Zur Blütezeit um 1920 zählte die Firma rund 800 Beschäftigte, betrieb eigene Gießereien und ein Emaillierwerk. Gut möglich, dass genau hier die Technik für das erste Volksbad Friedrichstadts entstand. Gewissermaßen Nachbarschaftshilfe in Gussform.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schluss mit Unternehmertum. 1946 wurde Buschbeck & Hebenstreit enteignet und in Volkseigentum überführt. Das Gebäude wurde 1989 abgerissen.
Adlergasse 1
Wusstest du, dass die Adlergasse 1 in 01067 Dresden die niedrigste Postanschrift Deutschlands ist? Allerdings ist es nicht das erste Haus in der Straße. Kein Scherz! Wenn du in die Adlergasse hineingehst, entdeckst du nur die Nr. 1a. Grund genug, mal genauer hinzuschauen. Wie hat sich diese besondere Adresse und ihr Umfeld über die Jahrhunderte verändert?
Gebaut wurde die Adlergasse 1 im Jahr 1890 als dreigeschossiges Wohnhaus mit Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Der Standort war lukrativ. Die Ecke wurde 1900 viergeschossig von der Adlergasse über die Seminarstraße bis zur Wachsbleichstraße bebaut. Mehrheitlich gehört es zur Weißeritzstraße 38.
Das Dresdner Adressbuch verrät: 1900 betrieb Robert Haupt eine Speisewirtschaft in den Räumen.
Die Adlergasse 1910 zu Kaiserzeiten
1910 taucht erstmalig die Hausnummer Adlergasse 1a zusammen mit der Adresse Weißeritzstraße 38 im Adressbuch auf. Die Adlergasse 1 enthält das Gebäude Weißeritzstraße 40.
In der 1a ist eine Kolonialwarenhandlung eingezogen. Betrieben vom Kaufmann Raimund Liebscher. Gegenüber in der Adlergasse 2 eröffnet ein Bäcker. In Nr. 3 und 5 sind Baugewerke und Klempner. In der Nr. 21 befindet sich eine Kraftfutterhandlung von Marie Becker. Auf der anderen Straßenseite in der Nr. 8 gibt es den Konditor Oskar Giersch, nebenan in der Nr. 10 hat die „Sächsisch-Thürring’sche Cementdielenfabrik“ eine Niederlassung. Geführt von Paul Oehmichen.
Im Erdgeschoss des Eckhauses Adlergasse 13/Wachsbleichstraße 2 befand sich die typische Gaststätte „Zum Alten Dessauer“, schräg gegenüber in der Adlergasse die Gaststätte „Stadt Riesa“.
In der Adlergasse 16 wohnt Emil Richter. Sein Spitzname lautete „Bananen-Richter“, denn seine Lebensmittelgroßhandlung für Landerzeugnisse und Südfrüchte befand sich an der Wachsbleichstraße 1, das Lagerhaus an der Wachsbleichstraße 11. Dort wurden seit 1862 Bananen und Südfüchte für den Verkauf in der Markthalle gereift. Im Hinterhaus der Adlergasse 18 betrieb der Kupferschmied Paul Broschwitz sein Handwerk.
Die Adlergasse 1920 in der Weimarer Republik
Das Kolonialwarengeschäft Adlergasse 1 a hat den Besitzer gewechselt. Jetzt führt der Kaufmann Raimund Liebscher den Laden. In der Nr. 1 arbeitet ein Dekormaler, daneben eröffnet die Schankwirtschaft Otto Schulze. Im Vorderhaus Weißeritzstraße 40 wohnt die Königliche Kammermusikerin Marie Wünschmann. In Nr. 5 befindet sich die Buchdruckerei von Gustav Marschka. In der Adlergasse wohnen viele Gewerbetreibende, die ihr Geschäft an der viel befahrenen Weißeritzstraße betreiben. So, wie in Nr. 9 wohnt Robert Mischner, der Hotelbesitzer vom „Hotel König Anton“ an der Weißeritzstraße. In der 23 wohnt Bäckermeister Moritz Heins, der sein Geschäft an der Weißeritzstraße 62 hat. Ebenso Fleischermeister Paul Matthes, der die Fleischerei an der Weißeritzstraße 70 betreibt.
Die Kohlenhandlung Richard Schmidt ist in die Nr. 4 eingezogen. Unweit davon in der Nr. 8 befindet sich die Konditorei Orkar Giersch. In die Nr. 28 ist die „Walzengußanstalt Kurt Winkelmann“ eingezogen. Und in der Nr. 32 hat das Zigarettengeschäft Ernst Vietze eröffnet.

Adlergasse nach der Weltwirtschaftskrise 1933
In die Adlergasse 1a/Weißeritzstraße 38 ist eine Schuhwarenhandlung eingezogen. In der Nr. 1 gibt es immer noch den kleinen Laden für die Waren des täglichen Bedarfs. Auch die Bäckerei backt fleißig Brot für die Anwohner:innen. Der Klempner Georg Wache ist in Nr. 5 erhalten geblieben. In der Adlergasse 9 hat die Dienstwohnung des Hotels „König Anton“ der neue Besitzer Anton Kaps bezogen. Das Tapeziergeschäft Margarete Hartmann in der Nr. 21 gehörte einer Frau. Der Fleischermeister Paul Matthes hat die Krise überstanden und bewohnt immer noch Nr. 31. Ein Spross der Unternehmerfamilie Richter geht neue Wege. Automobilwerkstattinhaber Oswald Richter kauft die Immobilien Adlergasse 8 und 12. Seine florierende Werkstatt befindet sich in der Wachsbleichstraße 4a. Senior Emil Richter besitzt das Haus Adlergasse 16.

Im Vorderhaus der Nr. 10 existiert die Kohlenhandlung W. Zehle, im Hinterhaus desselben Gebäudes bietet der Fuhrwerksbesitzer Martin Hentsch seine Dienste an. In der alten Konditorei Nr. 28 residieren jetzt Böttchermeister Reinhold Kupke und seine Frau Selma, die als Schneiderin arbeitet. In die Nr. 30 ist der Fleischer Adolf Uhlig eingezogen. Bäckermeister Louis Fischer und Tabakhändler Ernst Vietze teilen sich die Gewerbeeinheit im Erdgeschoss der Nr. 32.
Adlergasse 1944 – das letzte Adressbuch
Im Gässchen verändert sich wenig während der Nazizeit. Historische Adressbücher zeigen dort eine Mischung aus Kleingewerbe, Bäckerei und Lebensmitteln. In der Adlergasse 1 a führt Max Roscher die Kolonialwarenhandlung. Auf der Seite der Wachsbleichstraße 38 können Bücher und Schulhefte gekauft werden. In der Nr. 1 hat Gerhard Fiedler einen Friseur eröffnet. Neu ist die Honighandlung von Bernhard Müller in der Nr. 8. Die kleine Adlergasse 12 hat sich unter Oswald Richter zur Großtankstelle an der Wachsbleichstraße 4a gemausert.
Was sich verändert hat, ist der Umgangston. Frau Hänel, sie ist 1933 auf der Adlergasse 6 geboren, erzählte mir folgende Geschichte:
Ich wurde von meinem Vater losgeschickt, im Kolonialwarengeschäft zwei Zigaretten zu kaufen. Drin war eine Kundin und hinter dem Tresen stand der Verkäufer. Ich trat ein und grüßte: „Guten Morgen!“ Daraufhin schrie er mich an und warf mich raus. Ich stand etwas verstört auf der Straße vor der Ladentür. Die Kundin kam raus und nahm mich beiseite. Sie erklärte mir: Du musst jetzt mit „Heil Hitler!“ grüßen, wenn du in diesem Geschäft einkaufst.
Die Adlergasse nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Gewerbestruktur mit dem Aufbau des Sozialismus. Viele Häuser waren zerstört oder wurden später abgerissen, die Betriebe verstaatlicht. Die Kolonialwarenhandlung wurde ein Konsum. Den Friseur gab es noch weiter.
1963 eröffnet das Stadtbad Friedrichstadt. Die ewige Konstante auf der Adlergasse ist die Schankwirtschaft „Stadt Riesa“ in der Adlergasse 14. Sie muss in den 1980er Jahren schließen. Die Gaststätte „Zum Alten Dessauer“ schließt ebenfalls. Sie existierte seit 1898. Später zieht hier ein Elektronikhandel ein. Die Adlergasse wird zur stillen Querverbindung zwischen Schäferstraße und Seminarstraße.
Die Adlergasse nach der Wende
Im Herbst 1989 stiegen einige Akteur:innen „über das Dach“ in das damals leerstehende und heruntergekommene Haus Adlergasse 14 ein und besetzten es mit der Idee, einen Ort für regionale und internationale Kunstprojekte sowie soziale Begegnung zu schaffen. Die Gaststätte „Stadt Riesa“ liegt im Erdgeschoss. Nach der Besetzung Ende 1989 wurde die Kneipe bewusst weiterbetrieben, um mit den Einnahmen Galerie- und Kinderladenprojekte des entstehenden Vereins zu finanzieren. Die Hausbesetzung war erfolgreich. Das Haus wurde nicht geräumt, sondern legalisiert. Aus der anfangs improvisierten Besetzung entstand ein dauerhaftes soziokulturelles Zentrum und Mehrgenerationenhaus, der riesa-efau.



Der Elektronikhandel übersteht die Wende noch wenige Jahre. Kann sich aber nicht gegen die großen Discounter durchsetzen. Die Räume der Gaststätte „Zum Alten Dessauer“ wurden wieder ein kultureller Begegnungsort der besonderen Art. Mark Apitz eröffnet den Spätshop „m3.shop“. Wer nicht in die Kneipe geht, setzt sich mit seinem Getränk auf die Straße.



Die Mobile Arbeit Friedrichstadt (MAF) hatte lange ihren Platz in der Adlergasse 2. Die MAF ist mehr als ein Jugendtreff. Sie kochen, werkeln, spielen, beraten und begleiten alle zwischen 6 und 26 Jahren. Der Hauptstandort ist jetzt an der Vorwerkstraße 5. Das Gebäude Adlergasse 2 ist heute nur noch über Nummerncodes zugänglich. Das Haus wird vermietet für Montagearbeiter:innen.


In die Adlergasse 1a/Wachsbleichstraße 38 zieht Lenskis Getränkestop. Das wird später der Mini-Markt von Herrn Bui. Ein Laden mit viel Laufkundschaft und noch mehr Stammgästen – Getränke, Gespräche und ein bisschen Kiezkultur inklusive.
Daneben zieht die dhi – Dresdner Handelshaus für Immobilien GmbH ein. Diese verwaltet Wohnobjekte. Sie bleibt hier bis 2023. 2015 eröffnet im ehemaligen Kolonialwarengeschäft das Modeatelier Fingerhut von Irina Dyadichkina. Zehn Jahre fertigt die professionelle Schneiderin hier Maßanfertigungen. 2025 schließt sie ihr Atelier. Zurzeit wird in den Räumen gemalert und im Februar 2026 eröffnet hier Kristin Schumann das Kosmetikstudio „cosmissy“.

Im ehemaligen Friseursalon, Adlergasse 1, wird immer noch der Schönheit gehuldigt. Schöne Wimpern, UV-Nagellack und Augenbrauenpflege werden im Manikürestudio „manik und more“ angeboten, das sich hier 2024 niedergelassen hat.


Vor zwei Jahren, im Februar 2024, eröffnete das prizeotel Dresden-Mitte. Die Anschrift lautet Weißeritzstraße 54. Das Hotel entstand aus einem Kombinationsbau: dem sanierten Altbau Adlergasse 21 und einem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Ölmühle, mit 127 Zimmern im typischen prizeotel-Design von Karim Rashid.
Fazit
Die Adlergasse ist mehr als nur eine kurze Straße im Stadtviertel, sie ist ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Vom einfachen Arbeiterquartier über Industrie und Volksbad bis hin zu Kulturort, Jugendtreff und Wohlfühlkneipe spiegelt sie den Wandel der Friedrichstadt in all seinen Facetten. Wenn du das nächste Mal hier entlanggehst, spazierst du durch Geschichten aus über 300 Jahren.
