Man merkt erst, wie wichtig Brücken sind, wenn sie fehlen. Dresden weiß das inzwischen sehr genau.

Worum es geht
Im ZfBK im Kulturpalast Dresden startet Ende Januar die Ausstellung „Brücken neu denken“. Entwickelt wurde sie vom Institut für Massivbau der Technischen Universität Dresden. Der Ansatz ist klar. Brücken werden nicht nur als Bauwerke gezeigt, sondern als Stadträume, Lebensräume und Orte mit gesellschaftlicher Bedeutung.
Der Dresdner Blick
Der Einsturz der Carolabrücke und die Sperrung der Elbbrücke in Bad Schandau haben das Thema schlagartig aus dem Fachkreis in den Alltag geholt. Genau dort setzt die Ausstellung an. Sie fragt, was Brücken heute und morgen leisten müssen und ob alles gebaut werden sollte, nur weil es technisch möglich ist.

Geschichte auf den Punkt
Anhand historischer Beispiele wird gezeigt, wie sich das Bild der Brücke verändert hat. In der Antike stand sie für Ordnung. In der Industrialisierung für Fortschritt. Später dominierte der Verkehr. Effizienz vor Aufenthalt. Die Ausstellung macht deutlich, dass diese Sicht nicht alternativlos ist.
Die Augustusbrücke
Am Beispiel der Augustusbrücke wird der Wandel besonders anschaulich. Über Jahrhunderte wurde sie immer wieder angepasst, erneuert und umgebaut. Genau dieser Blick zurück hilft bei der Frage, wie wir heute mit unseren Brücken umgehen sollten.
Die Carolabrücke
Ein zentraler Teil der Ausstellung widmet sich neuen Ideen für die Carolabrücke. Gezeigt werden Entwürfe aus einem studentischen Wettbewerb der TU Dresden. Parallel informiert die STESAD über den aktuellen Stand der Planung. Vier Planungsbüros arbeiten derzeit unabhängig voneinander an neuen Lösungen.

Internationale Beispiele
Neben Dresden blickt die Ausstellung über den Tellerrand. Nationale und internationale Projekte zeigen, wie Brücken sich sinnvoll in Stadt, Landschaft und Alltag integrieren lassen. Nicht als reine Verkehrsadern, sondern als nutzbare Räume.

Begleitprogramm
Das Rahmenprogramm ist umfangreich und gut durchdacht. Geplant sind eine Ausstellungseröffnung, ein Filmabend zu Brücken weltweit, mehrere Vortragsabende unter anderem zu Gendergerechtigkeit im Bauwesen und zu ressourcenschonendem Bauen sowie ein Basteltag in den Winterferien, bei dem Kinder eigene Brücken bauen und testen dürfen.

Ort und Zeit
Ausstellung: Brücken neu denken. Lebensraum, Stadtraum, Freiraum
Laufzeit: 23.01.2026 – 26.02.2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 13:00–18:00 Uhr
Ort: ZfBK im Kulturpalast
Fazit
Diese Ausstellung ist keine Technikshow für Fachleute. Sie ist ein Angebot an alle, die sich fragen, wie Stadt funktioniert. Und was passiert, wenn ein zentrales Bauwerk plötzlich fehlt? Wer danach über die Elbe geht, schaut anders auf jede Brücke.
