8 mm & 16 mm-Format klein und doch so groß

Drei analoge Tage vom 12. bis 15. März 2026 versprachen die schmalfilmtage in der Motorenhalle im riesa efau. Große Unterhaltungsanbieter, welche ein Abo verlangen, vorgekaute Algorithmen mit ähnlichen Inhalten oder Sinnfragen wie: „ich weiß gar nicht mehr, was ich mir vorgestern an Inhalten reinzogen habe…“, stellten sich nicht -die polierte digitale Welt blieb außen vor.

Hier hat es geknistert beim Filme schauen, Projektoren mit ihren typischen Laufgeräuschen, so anderes Licht, was auch flackern darf und teils bizarre Geräusche oder Stille beim schauen, weil es einfach keinen Ton gibt, was der Künstler zeigt.
Dafür fällt beim ohne Ton-Moment dem Vordermann erst die kleine Piccolo-Flasche aus der Weste, welche wegrollert. Beim greifen danach fallen Verpackungsreste eines bekannten Snack-Wurstanbieters aus seiner Expeditionsweste. Der Zuschauer-Nachbar feixt. Hinter uns kullert noch eine Flasche. Das Publikum ist hier locker drauf. Irgendwie denkt man, das gehört zur Performance.

Fotos: Sven Pampel

Freitags zeigt Wolfgang Müller von der Künstlergruppe „Die Tödliche Doris“ wie Punk, Performance und Filmgeschichte zusammen gingen.
Das vielfältige Werk der Kunststudenten entstand ab 1979 im Film- und Fotobereich. Vieles davon im damaligen West-Berlin. Ihr Schaffen wanderte 1980 zur Musik und besetzte sukzessive alle Sparten der Kunst der Medien Film, Literatur und Fotografie über Performance und Video bis hin zu Malerei und Plastik, sagt Wikipedia. Das sagte auch Mitgründer Wolfgang Müller so, allerdings nicht so komprimiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Tödliche_Doris













Wolfgang Müller nimmt sein Publikum mit auf seine Zeitreise.

Die „Tödliche Doris“ hat in der Zeit ihrer Existenz meißt Kassetten veröffentlicht. Sogar eine „unsichtbare“ Langspielplatte (LP) die entsteht, wenn man die LPs sechs und Unser Debut gleichzeitig auf den jeweiligen A- und B-Seiten abspielt. Müller erzählte, Text und Musik wären aufeinander abgestimmt. Wenn das so ist, ist es sicher eine einmalige Idee. Wolfgang Müller schrieb sogar der DDR-Plattenfirma „Amiga“ eine Anfrage. Sie konnten aber auf Grund produktionstechnischer Kapazitätsauslastung für die kommenden Jahre seinem Wunsch nicht entsprechen, so sinngemäß das Antwortschreiben.

Der Film-Abend der Gruppe begann mit zerrissenen Automaten-Passbildern, die rekonstruiert und wie ein Puzzle zusammengefügt wurden. Viele Super-8-Filme, die Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen unter dem Autorennamen „Die Tödliche Doris“ zwischen 1980 und 1987 gedreht haben wurden gesichert und der Nachwelt erhalten.

Die „Tödliche Doris“ wurde sogar Teilnehmer der documenta 8 in Kassel. Das Museum of Modern Art in New York. Das Musée d’Art Moderne Paris sowie zahlreiche weitere Museen weltweit luden die Gruppe zu Auftritten und Filmvorführungen ein, erzählte Müller vor dem interessierten Publikum, welches Fragen stellte. 

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