Die Stadtverwaltung Dresden spricht im Vorfeld des Gedenktages der Zerstörung Dresdens für den 14.Februar 2026 Verbote und Beschränkungen der Lautstärke aus.
Durch die strengen Regeln will die Stadt bei den zahlreichen Veranstaltungen für Sicherheit sorgen und die Anwohnerinnen und Anwohner schützen.

Wie jedes Jahr finden rund um den Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Versammlungen im Stadtzentrum statt. So werden das Zentrum, die Friedrichstadt, Plauen und Teile der Neustadt am Freitag und Samstag zu einer Sicherheitszone.
Die Stadt Dresden rechnet mit „damit einhergehenden Konfliktpunkten“ in diesen Gebieten
Ob sich der Aufmarsch der Rechtsextremen wieder in der Friedrichstadt abspielen wird, werden wir wohl in den nächsten Tagen an abgestellten Absperrgittern sehen.

In einer Allgemeinverfügung macht die Stadt strenge Vorgaben für Teilnehmer zu verbotenen Gegenständen und Kleidung sowie zur maximalen Lautstärke. Die Regelungen sollen der öffentlichen Sicherheit dienen sowie Teilnehmer, Anwohner und Einsatzkräfte schützen.
Verbote
Verboten sind unter anderem Messer und andere Waffen, Baseballschläger oder Stahlrohre, Steine, Eier, Feuerwerk, Glasflaschen und Fackeln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten kein einschüchterndes oder gewaltbereites Erscheinungsbild erzeugen. Untersagt ist auch geschlossenes Marschieren im Gleichschritt und Uniformierung. Genutzte Lautsprecheranlagen dürfen 90 Dezibel nicht überschreiten, das ist in etwa der Lautstärke einer Fabrikhalle. Bei Verstößen drohen ein Ausschluss von der Versammlung und/oder strafrechtliche Konsequenzen.
Bahnhöfe gesperrt
Das betroffene Gebiet umfasst die Altstadt, aber auch große Teile der Stadtteile Neustadt, Friedrichstadt und Plauen. Die dortigen Bahnhöfe sind explizit einbezogen, da die Anreise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgrund von Gleisbauarbeiten am Hauptbahnhof voraussichtlich nicht am und um den Wiener Platz erfolgt.
Der Zugverkehr endet an den Bahnhöfen Neustadt, Plauen und Friedrichstadt/Cossebaude. Der S-Bahnverkehr der Linien S1 läuft uneingeschränkt weiter. Vom S-Bahnhof Plauen bis zum Hauptbahnhof verkehrt Schienenersatzverkehr. Einige Einschränkungen gelten erst am 14.02. ab rund 12 Uhr. Ab Mittag kann es zu Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit von als „links“ eingeschätzen Personen im Zugverkehr zwischen Neustadt und Hauptbahnhof kommen.
Alle Infos zu Zugverbindungen und Einschränkungen im ÖPNV findet ihr bei der DB und der DVB.
Rechtsextreme instrumentalisieren
Dresden wurde durch die Luftangriffe um den 13. Februar 1945 von britischen und amerikanischen Bombern in Schutt und Asche gelegt. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben.

Diese Luftangriffe werden jährlich von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren.
Auch in diesem Jahr hat Lutz Giesen aus Berlin für kommenden Samstag (14. Februar 2026) zu einem «Trauermarsch» aufgerufen und dafür 1.000 Teilnehmer angemeldet. Im letzten Jahr waren mehr als die doppelt so viele gekommen.
Das Bündnis «Dresden Wi(e)dersetzen» organisiert Gegenprotest und erwartete mehrere Tausend Teilnehmer.
Wie nah sich die beiden Gruppen in diesem Jahr kommen dürfen, ist noch offen.
„Es ist immer bereits im Vorfeld klar, dass die Neonazis ihre Route bekommen und wir nur nachrangig behandelt werden“, wirft Sprecherin Anne Herpertz (Piraten) der Versammlungsbehörde vor.
Die Behörde will das Bündnis offenbar auf Abstand halten: Aktuell steht eine Versammlung an der Marienbrücke zur Debatte – ganze 500 Meter vom mutmaßlichen Startpunkt der Neonazis entfernt. Schriftlich habe die Behörde das damit begründet, dass die Anmeldung kritisch eingeschätzt werde.
Das Bündnis wehrt sich gegen diesen Vorwurf: „Von unseren Demonstrationen geht wie auch in den Vorjahren keinerlei Gefahr aus“, betont Matthias Lüth (SPD). In den Vorjahren habe es keinen einzigen verletzten Polizisten gegeben. „Trotzdem werden vorsorglich Wasserwerfer bestellt, ein Mittel, dass bei den aktuellen Temperaturen tief blicken lässt.“
(Quellen: PK Bündnisses „Dresden Wiedersetzen, t-online)
Menschenkette am 13.Februar
Auch am Freitag 13. Februar 2025 finden mehrere Gedenkveranstaltungen statt, Höhepunkt ist die Bildung einer Menschenkette, die ein Zeichen gegen die Vereinnahmung setzen soll.
Um 17 Uhr findet vor dem Kulturpalast das Bürgersingen statt, anschließend sprechen der OB Dirk Hilbert und die Rektorin der TU Dresden, Prof. Dr. Staudinger. Um 18 Uhr formiert sich schließlich die Menschenkette, die sich über die gesamte Innenstadt erstreckt. Mehrere tausend Menschen umschließen dabei Hand in Hand, begleitet vom Glockengeläut der Dresdner Kirchen, die Innenstadt.

Die Veranstalter rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern.
